ST.GALLEN/ARBON: Jumbo kehrt St.Gallen den Rücken

Ende Oktober schliesst die Jumbo-Filiale in St.Gallen. Gleichzeitig entsteht auf dem ehemaligen Saurer-Areal einer der grössten Baumärkte der Schweiz. Dafür werden 25 Millionen Franken investiert.

Stefan Borkert
Merken
Drucken
Teilen
Jumbo-Chef Jérôme Gilg (links) und Filialleiter Michael Bulitta besprechen die Baufortschritte des neuen Maximo-Markts in Arbon. (Bild: Ralph Ribi)

Jumbo-Chef Jérôme Gilg (links) und Filialleiter Michael Bulitta besprechen die Baufortschritte des neuen Maximo-Markts in Arbon. (Bild: Ralph Ribi)

ST.GALLEN/ARBON. Wenn zwei Jumbos zusammengehen, wird ein Maximo daraus. Jérôme Gilg, Geschäftsführer der Jumbo-Markt AG, steht auf dem Saurer-Areal in Arbon und begutachtet zusammen mit dem künftigen Filialleiter Michael Bulitta die Baufortschritte des neuen Jumbo Maximo. Draussen wird der Parkplatz geteert. Drinnen füllen sich die Regale. «Als wir die Möglichkeit hatten, ein solch grosses Areal zu bekommen, haben wir zugeschlagen», sagt Gilg. Zumal die Frauenfelder HRS ein guter Partner sei. Auch Hürden des Denkmalschutzes konnten genommen werden. Und so wird am 29. Oktober einer der grössten Baumärkte und der zweitgrösste Jumbo-Markt der Schweiz eröffnet werden. Der alte Arboner Jumbo-Markt lag direkt am See. Eine Lage, die für die HRS natürlich sehr interessant sei, erklärt Gilg. Arbon war 1988 einer der ersten zehn Jumbo-Standorte in der Schweiz. «Heute sind es gut 40, und wir wollen unser Filialnetz noch ausbauen.» Laut Gilg werden hier am Standort Arbon 25 Mio. Fr. investiert.

Fusion bringt zusätzliche Arbeitsplätze

Die Fusion der Märkte von St.Gallen und Arbon an einem neuen Standort sei eigentlich eine logische Entwicklung. In St.Gallen könne man nicht erweitern. Hier auf dem Saurer-Areal sei das möglich. Beide Baumärkte lägen zudem nur zehn Autominuten voneinander entfernt. Standorttechnisch biete das neue Areal Saurer WerkZwei mit der historischen Arbomec-Halle spannende Perspektiven. Eine davon sei die Chance, Teil eines neuen boomenden Stadtteils zu werden. «Arbeitsplätze werden durch das Projekt nicht wegfallen. Im Gegenteil. Heute arbeiten in St.Gallen rund 20 und in Arbon gut 25 Personen. Im neuen Jumbo Maximo sollen es bis zu 60 Personen sein. «Im Zuge der Fusion haben wir fünf bis sieben neue Stellen geschaffen», sagt Gilg. «Alles, was der Kunde zum Renovieren, für die Gartenarbeit, zum Dekorieren und für die Freizeit braucht, bekommt er nun an einem Ort.»

Der neue Jumbo Maximo in Arbon entspricht mit 7400 m2 dem grössten Baumarkt-Format von Jumbo. Das Sortiment wird in allen Bereichen erweitert. So entstehe beispielsweise in Arbon die schweizweit grösste Ausstellung an Bodenbelägen. Und in Arbon werde zudem die erste Nautik-Abteilung speziell für die Kundschaft am Bodensee eingerichtet. Weiter biete man hier den ersten Gasflaschen-Schrank mit Selbstbedienung an. Dass die Lage in Arbon wegen ihrer Nähe zur österreichischen Grenze Probleme mit dem Einkaufstourismus bedeuten könnte, sieht der Jumbo-Chef gelassen. Im Gegensatz zu Basel oder Genf habe Arbon kaum unter dem Einkaufstourismus gelitten, sondern stabile Umsätze erarbeitet. Preislich sieht Gilg durchaus Möglichkeiten, und schliesslich ziele man mit der Einführung von Profi-Werkzeugen auch auf den anspruchsvollen Heimwerker ab.

Online-Shop im Aufbau

«Sicher, in unserer Branche werden derzeit keine mehrstelligen Wachstumszahlen erreicht», räumt Gilg ein. Dafür sei die Konkurrenz gerade im Inland zu gross. Wie sich diese in Arbon auswirkt, wird sich zeigen. Branchenprimus Coop hat in Arbon nur unweit entfernt bereits einen Do-it-yourself-Markt vor Ort. Noch kommt Jumbo, der wie Manor zur Maus Frères Holding gehört, ohne Online-Shop aus. Aber das wird sich im kommenden Jahr ändern. Gilg sagt, man sei an der Online-Thematik dran und werde im Verlauf von 2017 eine Internetpräsenz mit Shop bieten können. «Derzeit werden in diesem Bereich nur geringe Umsätze erzielt. Aber klar, wir müssen dabei sein.»