STATISTIK: Mehr Frauen an Bankspitze sollen Lohnkluft mildern

Steigt der Frauenanteil im gutbezahlten Kader, schmilzt laut Banken der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern.

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Erstmals mussten Banken mit mehr als 250 Mitarbeitern in Grossbritannien die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern offenlegen. Die gestrige Offenlegung hat dabei Folgendes gezeigt: Die durchschnittlichen Lohnunterschiede der beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse (Stichtag April 2017) sind zwar nicht so gross wie bei der HSBC Bank (86 Prozent).

Dennoch hat die Credit Suisse einen höheren Pay Gap als etwa J. P. Morgan, wie aus einer Auswertung von Bloomberg hervorgeht. Die UBS wiederum schneidet zwar besser ab als Konkurrentin CS, hat aber die grössere Kluft als etwa die Barclays Bank UK. Die Credit Suisse betont in ihrem «Gender Pay Gap Report 2017» die Fortschritte gegenüber dem Vorjahr. Damals betrug der durchschnittliche Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern noch 49,1 Prozent (neu: 39,2 Prozent).

Die Credit Suisse erklärt den Lohnunterschied damit, dass es in hochbezahlten Topfunktionen viel mehr Männer gebe als Frauen. Deshalb fokussiere die Grossbank auf die bessere Vertretung von Frauen im Kader. Lohn oder Bonus für Frauen und Männer in gleicher Funktion seien bei der Credit Suisse nicht unterschiedlich.

Keine Zahlen für die Schweiz

Laut UBS-Sprecher Samuel Brandner darf niemand aufgrund seines Geschlechts lohnmässig diskriminiert werden. Falls Frauen in gleichen Funktionen weniger verdienten als Männer, handle es sich höchstens um Einzelfälle. Die UBS schneidet auch bei den Bonizahlungen «gerechter ab» als die Credit Suisse. Der durchschnittliche Lohnunterschied bei der Bonuszahlung beträgt bei der UBS 57 Prozent, bei der Credit Suisse 70,2 Prozent. Zahlen für Lohnunterschiede in der Schweiz weisen die Grossbanken nicht aus. Innerhalb der Revision des Gleichstellungsgesetzes sollen aber Unternehmen mit mehr als 100 Angestellten hierzulande zu Lohngleichheitsanalysen verpflichtet werden.

Sowohl in der Schweiz als auch in Grossbritannien liegt der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern über alle Sektoren bei 18 Prozent. In der Schweiz sind es je nach Studie zwischen 7,6 und 11,6 Prozent davon, die sich nicht durch Faktoren wie beispielsweise die Ausbildung, die Erfahrung oder das Pensum erklären lassen. (sda)