Startfeld Diamant
Start-up-Preis: Künstliche Intelligenz aus Wittenbach macht das Leben leichter – Das Programm bringt mehr Zeit und einen freien Kopf

Die Gossik AG Wittenbach ist dieses Jahr gegründet worden und für den Startfeld Diamant 2021 der St.Galler Kantonalbank nominiert. Die Preisverleihung findet am 8. Juni statt.

Stefan Borkert
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Ein Mann arbeitet während der Coronapandemie im Homeoffice. Gossik übernimmt die Organisation der privaten und geschäftlichen Termine.

Ein Mann arbeitet während der Coronapandemie im Homeoffice. Gossik übernimmt die Organisation der privaten und geschäftlichen Termine.

Severin Bigler

Benno Staub und Diego Gladig haben eine Produktivitäts-App entwickelt, die Nutzern hilft, ihr Leben zu organisieren. Gladig schwingt in seiner Freizeit den Baseballschläger für die Wil Devils.

Wie ist die Idee für Gossik entstanden?

Benno und ich hatten schon im Studium jeweils Nebenprojekte am Laufen, hatten einen Job und waren auch im Verein tätig. So hatten wir stets sehr viel um die Ohren. Da dachten wir, es wäre doch cool, wenn es einen digitalen Assistenten gäbe, der mich und meine Routinen kennen lernt, all meine Deadlines und Aufgaben kennt und diese dann so organisiert und plant, sodass ich mich um nichts mehr kümmern muss, nichts mehr vergesse. So haben wir nach unserem Masterabschluss im Oktober 2019 alles hingeschmissen und uns Vollzeit darauf konzentriert, diesen Assistenten zu entwickeln.

Diego Gladig, Gründer der Gossik AG, Wittenbach.

Diego Gladig, Gründer der Gossik AG, Wittenbach.

PD

In Unternehmen grassiert eine Flut von Kommunikationstools, die alle auch Planungstools und Kalender haben. Jogger haben Fitnessuhren, die auch Ziele kommunizieren und motivieren. Wieso braucht es da noch Gossik?

Es gibt zwar sehr viele Produktivitätstools, das ist richtig, diese sind aber meistgehend passiv. Es braucht sehr viel Eigendisziplin, Zeit und Entscheidungsenergie vom Nutzer selbst. Gossik lernt dich aktiv kennen und führt dich personalisiert. So kannst Du Dich mit voller Energie auf das kreative Ausführen der Aufgaben fokussieren.

Personen, die eher chaotisch organisiert sind oder die Termine im Kopf haben, schreiben schon jetzt kaum Kalendereinträge. Wie hilft denen Gossik?

Künstliche Intelligenz hilft bei der Organisation des Lebens.

Künstliche Intelligenz hilft bei der Organisation des Lebens.

PD

Wir richten uns an Leute, die sich bewusst sind, dass sie Sachen vor sich herschieben und irgendwie versuchen, alles auf die Reihe zu bekommen und mehr aus ihrem Tag zu machen, weil es sie mental sehr belastet. Grundsätzlich sind diese Personen also offen dafür, ein solches Tool auszuprobieren. Wenn wir es also schaffen, ihnen zu zeigen, dass sie mit Gossik die Dinge ohne den ganzen Stress tatsächlich bewältigen, dann sind wir überzeugt, dass dieses Gefühl des Accomplishments sie dazu animiert, noch mehr einzutragen. Dieses Feedback haben wir auch schon von unseren jetzigen Nutzern bekommen, was sehr schön ist.

Ist ihre Zielgruppe mindestens zweisprachig? Der Webauftritt kommt zumindest english only daher?

Früher gab es uns auch in Deutsch. Sobald wir Gossik genügend weit entwickelt und etabliert haben, werden wir definitiv andere Sprachen wieder hinzunehmen.

Inwieweit kann Ihre App auch zur Entschleunigung des Lebens beitragen?

Sehr viel. Unser Ansatz ist: Wir wollen dich bei den oft lästigen organisatorischen Aufgaben unterstützen, sodass du mehr Zeit und Energie sowie einen freien Kopf hast, ohne dass du stets darüber nachdenken musst, was noch alles zu tun ist und dass du ja nichts vergessen sollst. Manche können so noch mehr Arbeit unterbringen. Andere können früher zu ihren Familien heim.

Dreharbeiten für eine Gossik-Präsentation. Benno Staub (links) und Diego Gladig haben das Unternehmen dieses Jahr erst gegründet.

Dreharbeiten für eine Gossik-Präsentation. Benno Staub (links) und Diego Gladig haben das Unternehmen dieses Jahr erst gegründet.

Wie viele Mitarbeitende hat Gossik, und wie viele werden es im Idealfall in ein paar Jahren sein?

Momentan sind wir zu dritt, wollen aber bis Ende 2021 sieben Leute sein, um vor allem die Produktentwicklung voranzutreiben. Gemäss Plan sind wir 2025 bei 19 Mitarbeitern, aber das kann sich sehr schnell ändern.

Gibt es weitere Projekte zur Lebensorganisation in der Pipeline?

Mit unserer jetzigen Version wollen wir zuerst Einzelpersonen helfen. Danach wollen wir unsere Technologie auch für die teaminterne Organisation und im B2B Bereich benutzen. Da gibt es noch sehr viel spannende Anwendungsgebiete und einen grossen Markt.