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START SUMMIT: Der Weckruf der Gründerinnen

Vielfach sind es Männer, die eine Firma gründen. Das gilt verstärkt, wenn es um den Technologiesektor geht. In St. Gallen zeigt sich in einem Gespräch, dass Frauen daran sind, dies zu ändern.
Thorsten Fischer
Tech-Unternehmerinnen im Gespräch am Start Summit: Monique Morrow ist eine Pionierin der Branche. (Bild: Michel Canonica (St. Gallen, 15. März 2018))

Tech-Unternehmerinnen im Gespräch am Start Summit: Monique Morrow ist eine Pionierin der Branche. (Bild: Michel Canonica (St. Gallen, 15. März 2018))

Thorsten Fischer

Wer eine Start-up-Firma im Technologiesektor gründet, ist in den meisten Fällen männlich. Jungunternehmerinnen sind selten, auch im amerikanischen Gründermekka Silicon Valley: Statistiken sprechen von einem Frauenanteil von 5 bis bestenfalls 15 Prozent. Der Start Summit in St. Gallen – er vereint Gründerszene, Technologie und Investoren – hat sich dieses Jahr vertieft auf die Spurensuche gemacht.

Woran liegt es, dass Frauen in technologischen Feldern massiv unterrepräsentiert sind? Kommt hinzu, dass im Silicon Valley in den letzten Jahren eine Sexismus-Debatte entbrannte. Deren Quintessenz: Das dortige Klima ist für Frauen in der Technologiebranche nicht gerade einladend.

Herausfordernd ist es so oder so

«Es ist wichtig zu wissen, dass es immer herausfordernd sein wird», betonte Monique Morrow an der Diskussion des Start Summit. Morrow kennt die Technologiebranche bereits seit Mitte der 1980er-Jahre aus eigener Erfahrung. Aktuell ist sie Mitgründerin des Projekts The Humanized Internet, das Menschen aus ärmeren Ländern eine gesicherte, digitale Identität zur Verfügung stellen will. Die strittige Frage, ob mathematisch-technologische Berufe Männer stärker interessieren, wie es aus dem Publikum angedeutet wurde, konnte auch an diesem Panel nicht abschliessend geklärt werden. Morrow machte aber klar, dass es auf jeden Fall deutlich mehr technologisch interessierte Frauen gebe, als weitherum angenommen werde.

Sie nannte als Beispiel die Blockchain-Technologie, die zahlreiche Abläufe in der Wirtschaft revolutionieren könnte. Noch seien auf Konferenzen zu diesem Thema nur wenige Frauen vertreten. Es gebe aber genügend qualifizierte Expertinnen, die zu diesem Thema sprechen könnten. Zweifellos wären diese Vorbild für jüngere Frauen. Die Teilnehmerinnen am Panel gingen aber auch mit Leila Oppermann einig. Sie ist zuständig für das Programm Ada in Berlin, das sich an Frauen mit Gründungsambitionen richtet. Oppermann unterstrich, dass nicht das Geschlecht die entscheidende Frage sei, ob jemand ein gutes Vorbild sei. Es zähle, ob man ein echtes Interesse für die zu beratende Person entwickle. Und es kristallierte sich heraus, dass die Wirtschaft und der technologische Wandel allgemein mehr Leute brauchten – sowohl Frauen als auch Männer, die sich der vielen Herausforderungen annähmen.

Die Unternehmerin Val Racheeva, Co-Herausgeberin des Gründerinnen-Buchs «Female Founders Book», plädierte für mehr Vertrauen in eigene Ideen. Frauen zweifelten vor einer Firmengründung oft, ob ihre Erfahrung und Ausbildung reiche. Dabei ist gerade für Start-ups wichtig, es einfach zu probieren – auch wenn noch nicht alles perfekt ist. In verschiedenen Aussagen klang zudem an, dass es Anstrengungen von Männern und Frauen brauche, um zu mehr Diversität zu gelangen. Es gelte, in grösseren Kreisen zu denken. Wem das weniger zusagt, kann im Prinzip auch streng ökonomisch rechnen: Mit einem Anteil von gut der Hälfte an der Weltbevölkerung haben Frauen bedeutenden Einfluss auf die Wirtschaft.

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