Wegen Corona: Starrag Group wird kräftig durchgeschüttelt

Sparpaket soll Einbruch bei Umsatz, Gewinn und Auftrag abfedern

Stefan Borkert
Drucken
Teilen
Die Starrag Group kämpft gegen die Folgen der Pandemie.

Die Starrag Group kämpft gegen die Folgen der Pandemie.

PD

Das erste Semester des Werkzeugmaschinenbauers Starrag in Rorschacherberg ist gezeichnet von einem Einbruch um fast ein Drittel des Umsatzes und der Hälfte der Auftragseingänge. Das hat Starrag gestern mitgeteilt. Die Starrag Group sei von der Coronakrise nicht verschont geblieben. Die zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Kunden in allen Abnehmerindustrien wirke sich substanziell auf die Neubestellungen aus, heisst es in einem Communiqué. Trotzdem resultierte noch ein kleiner Gewinn von einer halben Millionen Franken.

Personalbestand wird um zehn Prozent reduziert

Als Folge der Einbussen hat die Starrag Group ein Sparpaket auf den Weg gebracht. Um die Kapazitäten möglichst flexibel an die tiefere Nachfrage anzupassen, stünden der Abbau von Zeitkonten und der gezielte Einsatz von Kurzarbeit im Vordergrund. Darüber hinaus werde neben der Auflösung befristeter Arbeitsverhältnisse auch die natürliche Fluktuation genutzt. Weiter sind deutliche Reduktionen bei den Sachaufwendungen, etwa im Bereich Messen und Reisen vorgesehen. Als Folge der bereits 2019 ergriffenen Initiativen sowie der zusätzlichen Massnahmen werde der Personalbestand Ende Jahr rund zehn Prozent unter Vorjahr liegen, heisst es bei der Starrag.

Mit dem Sparpaket sollen noch im laufenden Jahr zusätzlich 20 Millionen Franken eingespart werden. Acht Millionen Franken seien bereits im ersten Semester wirksam geworden. Weiter werden die Vergütungen des Verwaltungsrats um 20 Prozent und jene der Geschäftsleitung um zehn Prozent gekürzt.

Einbruch beim Umsatz und drastisch weniger Aufträge

Der Umsatz ist, nach Angaben der Starrag Group, um knapp 28 Prozent auf 155,4 Millionen Franken eingebrochen. Noch schlimmer sieht es bei den Auftragseingängen aus. Um 49 Prozent ist dieser auf rund 89 Millionen Franken geschrumpft. Der Rückgang der Neubestellungen betraf demnach in erster Linie die Marktregion Europa, gefolgt von Asien. Dagegen konnte der Auftragseingang in Nordamerika etwas gesteigert werden. Nach Abnehmerindustrien betrachtet, ergab sich der stärkste Rückgang in den beiden mit Abstand bedeutendsten Bereichen Industrie und Aerospace, schreibt Starrag.

Mehr zum Thema

Werkzeugmaschinenbauer Starrag will höher fliegen

Die Rorschacherberger Starrag Group baut in Mönchengladbach 150 Stellen ab. Der neue Chef Christian Walti hat den Konzern durchleuchtet und nun ein Programm aufgegleist, das Einsparungen bringen soll.
Stefan Borkert