Starrag demonstriert Zuversicht in der Krise

Trotz noch nicht abschätzbarer Auswirkungen auf den diesjährigen Geschäftsgang sieht sich der Werkzeugmaschinenbauer Starrag gut gerüstet, mit gestärkter Wettbewerbskraft aus der Coronakrise hervorzugehen.

Thomas Griesser Kym
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Werkzeug für Fräsmaschinen der Starrag. Auf ihren Bearbeitungszentren werden zum Beispiel Turbinenschaufeln für Flugzeugtriebwerke gefräst.

Werkzeug für Fräsmaschinen der Starrag. Auf ihren Bearbeitungszentren werden zum Beispiel Turbinenschaufeln für Flugzeugtriebwerke gefräst.

Bild: Urs Jaudas

Vergangenes Jahr hat die Starrag Group mit Sitz in Rorschacherberg nach jahrelangen Versäumnissen auf verschiedenen Ebenen ein Restrukturierungsprogramm namens «Starrag 2021» gestartet. Am deutschen Standort Mönchengladbach wurde 150 Stellen abgebaut. Die operative Marge zerbröselte auf 1,1 Prozent, und für dieses Jahr wird keine wesentliche Erholung erwartet, wie es an einer Telefonkonferenz vor dreieinhalb Wochen hiess.

Gleichwohl wartet das Unternehmen nun mit einem relativ zuversichtlichen Ausblick auf die Zeit nach der Coronakrise auf. Das Unternehmen schreibt von einer grundsoliden Bilanz mit einer hohen Eigenkapitalquote von über 50 Prozent. Dies und die bestehenden Liquiditätsreserven sowie die verfügbaren Kreditlinien erlaubten es der Gruppe, «den aktuell weltweiten Nachfragerückgang aufzufangen und sich für den Wiederaufschwung nach der Krise optimal zu positionieren».

Genügend Arbeit bis Ende Jahr

Zudem verweist Starrag auf den Arbeitsvorrat, der für neun Monate ausreiche. Das Unternehmen gewährleiste die Erfüllung der Verpflichtungen aus den Aufträgen sowie den Kundendienst «grundsätzlich uneingeschränkt». Allerdings könne es nach Lage zu Einschränkungen kommen, etwa aufgrund behördlicher Anordnungen.  

Zusätzlich zu den vorjährigen Restrukturierungen prüft Starrag weitere Massnahmen und wolle diese so rasch wie möglich umsetzen. Dies weil es auch in den nächsten Monaten schwieriger sein dürfte, neue Aufträge zu akquirieren, und weil sowohl diverse Kunden als auch Lieferanten temporär Werke schliessen.

Die Dividende wird gestrichen

Das bedeutet, auch Starrag muss die Kapazität an das verminderte Angebot und die geringere Nachfrage anpassen. Mittel dazu seien beispielsweise der Abbau von Zeitguthaben und die Einführung von Kurzarbeit. Parallel dazu treibe man in Kooperation mit Kunden Innovationen voran, um die Bearbeitungszentren der Starrag noch leistungsfähiger zu machen.

Starrag-Präsident und Hauptaktionär Walter Fust.

Starrag-Präsident und Hauptaktionär Walter Fust.

Bild: Ralph Ribi

Die Folgen der Coronakrise auf Auftragseingang, Umsatz und Ergebnisse des laufenden Geschäftsjahrs 2020 lassen sich laut Starrag derzeit nicht abschätzen. Als «unternehmerische Vorsichtsmassnahme» hat der Verwaltungsrat unter Präsident und Ankeraktionär Walter Fust aber entschieden, auf die ursprünglich vorgesehene Ausschüttung einer Dividende von einem Franken pro Aktie zu verzichten.

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