Banken
Thurgauer Kantonalbank steigert Gewinn um drei Prozent – mehr Kundengelder, mehr Kredite, mehr Geschäftsstellen

Die TKB feiert dieses Jahr ihr 150-jähriges Jubiläum und vermeldet einen positiven Geschäftsgang für das letzte Jahr. So wird auch die Dividende des Partizipationsscheins erhöht.

Stefan Borkert
Merken
Drucken
Teilen
Die TKB startet mit einem positiven Ergebnis in das Jubiläumsjahr.

Die TKB startet mit einem positiven Ergebnis in das Jubiläumsjahr.

Bild: Daniel Ammann

Die Thurgauer Kantonalbank (TKB) präsentiert für das Jahr 2020 gute Zahlen. Ausleihungen und Kundengelder sind erneut gewachsen und die Vermögensverwaltung hat sich sehr positiv entwickelt. Bankratspräsident René Bock betonte die Ausrichtung der TKB auf Nachhaltigkeit und ihre Funktion als Partner der Thurgauer Wirtschaft. Letztes Jahr hat Bank gut gewirtschaftet. Der Jahresgewinn von 139 Millionen Franken übertrifft den Vorjahreswert um 3 Prozent. Die Dividende für Partizipationsscheine wird von 2.80 auf 3 Franken pro Titel erhöht. Das sagte Thomas Koller, Vorsitzender der TKB-Geschäftsleitung, an der Präsentation der des Jahresresultates 2020.

Wachstum bei den Hypotheken

Mit einem Volumen von mehr als 20 Milliarden Franken sei die TKB Marktführer im Thurgau im Hypothekargeschäft. Das Wachstum im Kerngeschäft sei mit rund 900 Millionen Franken oder 4,6 Prozent leicht höher als im Vorjahr. Trotz regional unterschiedlicher Preisanstiege und höherer Leerstände bei Renditeliegenschaften weise der Thurgauer Immobilienmarkt weiterhin keine generellen Überhitzungserscheinungen auf, betonte Koller.

Zugenommen habe auch das Volumen der Kundeneinlagen, die sich per Ende 2020 auf 17,3 Milliarden Franken belaufen. Der gesamte Nettoneugeld-Zufluss der Bank im Bilanz- und im Anlagegeschäft bewegt sich demnach mit rund einer Milliarde Franken ebenfalls im Bereich des Vorjahres.

Zinsengeschäft zieht an

Das Zinsengeschäft, der wichtigste Ertragspfeiler der Bank, hat sich 2020 positiv entwickelt. Koller sagte, dass zum knapp 7 Prozent höheren Brutto-Zinserfolg auch die Erträge aus der Bewirtschaftung der bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) angelegten Gelder beigetragen haben. Die SNB habe im vergangenen Jahr den Spielraum bis zur Zahlung von Negativzinsen erhöht. Dies entlaste die Banken etwas vom Druck, auf breiter Front Negativzinsen einzuführen. Bei sehr vermögenden Privatkunden werde aber künftig auch die TKB ab einem gewissen Kontoguthaben Negativzinsen verrechnen müssen. Er ergänzt, dass im Hinblick auf mögliche Kreditausfälle im Zuge der Pandemie die Bank nach dem Vorsichtsprinzip Wertberichtigungen gebildet habe. Dennoch resultiere beim Netto-Zinserfolg ein Plus eines Prozents. Um 2,5 Prozent gestiegen seien die Erträge im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Um über 10 Prozent gewachsen seien insbesondere die Erträge in der Vermögensverwaltung. Koller erläuterte in diesem Zusammenhang, dass die TKB ihre Vermögensverwaltungsmandate auf Nachhaltigkeit gemäss den ESG-Kriterien ausgerichtet habe. Diese Kriterien beschrieben, wie sozial, umweltverträglich und verantwortungsbewusst ein Unternehmen handle. Nachhaltigkeit sei der TKB ganz generell ein wichtiges Anliegen, ergänzte er.

Corona-Kredite noch nicht ausgeschöpft

Corona bleibt auch bei der TKB nicht ohne Einfluss. So hat sich das Handelsgeschäft schwächer entwickelt als 2019, da wegen der Auswirkungen der Pandemie deutlich weniger Währungstransaktionen erfolgt seien. Am Ziel Vorsorge- und Anlagebank gibt es für Koller nichts zu ändern, im Gegenteil:

Thomas Koller, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Thurgauer Kantonalbank (TKB).

Thomas Koller, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Thurgauer Kantonalbank (TKB).

Reto Martin
«Wir konnten uns in den vergangenen Jahren eine starke Stellung erarbeiten als Vorsorge- und Anlagebank. Hier sehen wir noch weiteres Potenzial.»

Das Virus hat auch die Kreditvergabe beeinflusst. Bis Sommer 2020 habe die TKB mehr als 1500 Covid-19-Kredite mit einem Gesamtvolumen von rund 190 Millionen Franken gesprochen. Koller betont, dass nur ein Fünftel der Firmenkunden der Bank Covid-Kredite beantragt hätten. Auch das Kreditvolumen sei bislang nicht ausgeschöpft worden. So hätte nur ein Viertel der Kreditnehmer die jeweilige Summe voll abgerufen.

Unabhängig von Corona und antizyklisch zu anderen Bankhäusern baut die TKB ihr Geschäftsstellennetz aus. Es habe sich gezeigt, dass man dort wo man physisch präsent sei, Marktanteile gewinnen könne, sagt Koller. Er nennt Altnau als Beispiel. Die Geschäftsstelle dort habe in den sieben Jahren ihrer Existenz alle Erwartungen übertroffen. Kunden würden auch im digitalen Zeitalter Beratungen vor Ort schätzen, besonders wenn es um Hauskauf oder Vorsorge gehe. Dennoch investiere die TKB stark in die Digitalisierung und die Transformation zur hybriden Bank.

Mehr Geld für den Kanton

Dass der eingeschlagene Weg Erfolg verspricht, zeigt der Geschäftserfolg als Kennzahl für die operative Leistung. Dieser beträgt gut 166 Millionen Franken und liegt damit nur 0,4 Prozent unter der Vorjahresmarke. Zur Stärkung der Eigenmittel weist die Bank den Reserven für Bankrisiken 28 Millionen Franken zu. Der Jahresgewinn von über 139 Millionen Franken übertrifft das letztjährige Resultat um 3 Prozent. Die Bank erhöht die Dividende für Partizipationsscheine um 20 Rappen auf 3 Franken pro Titel. Die Gewinnablieferung an den Kanton steigt um 4 Millionen Franken und beträgt 46,6 Millionen Franken. Hinzu kommen die Abgeltung für die Staatsgarantie von 7,1 Millionen und jene für das Grundkapital von 1,4 Millionen Franken. An die anteilsberechtigten Gemeinden fliesst das gesetzliche Maximum von 3 Millionen Franken.

TKB übertrifft 20 Milliarden-Marke bei Kundenvermögen

in Millionen Franken 2019 2020 Veränderung %
Bilanzsumme 25 600 28 707 +12,1
Kundenausleihungen 21 024 22 204 +5,6
Kundenvermögen 19 891 20 986 +5,5
Geschäftsertrag 341 342 +0,2
Gewinn 135 139 +3
Mitarbeitende 770 791 +2,7