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Stadler zieht in Taiwan den Kürzeren

50 Intercityzüge wollte der Ostschweizer Schienenfahrzeugbauer nach Asien verkaufen. Doch den Zuschlag für das Milliardenprojekt erhält um Haaresbreite der japanische Konkurrent Hitachi.
Thomas Griesser Kym
Stadler mit Hauptsitz in Bussnang tut sich weiterhin schwer mit dem angestrebten Einstieg in den asiatischen Markt. (Bild: Michel Canonica (7. Juni 2017))

Stadler mit Hauptsitz in Bussnang tut sich weiterhin schwer mit dem angestrebten Einstieg in den asiatischen Markt. (Bild: Michel Canonica (7. Juni 2017))

Peter Spuhlers Unternehmen Stadler hätte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen können: Erstens nach mehreren erfolglosen Anläufen den Einstieg in den asiatischen Markt schaffen und zweitens nach den SBB einen zweiten Kunden für den neuen Hochgeschwindigkeitszug Smile gewinnen.

Doch daraus wird vorerst nichts: Das Beschaffungskomitee der Taiwan Railways Administration (TRA) hat den Auftrag zur Lieferung von 50 Intercityzügen mit 600 Wagen an die japanische Hitachi vergeben. Für das Geschäft steht der TRA ein Budget von 44,3 Milliarden Neue Taiwan-Dollar (gut 1,4 Milliarden Franken) zur Verfügung.

Stadler hat haarscharf das Nachsehen

Der definitive Vergabeentscheid bedarf zwar noch der Zustimmung des TRA-Generaldirektors. Doch dieser respektiere «fast immer» die Entscheide des Komitees, sagte ein Mitglied unter der Zusicherung von Anonymität gegenüber der taiwanischen Zeitung «Liberty Times».

Wie das Komiteemitglied der Zeitung zufolge weiter sagte, sind sowohl Hitachi als auch Stadler «exzellente Rollmaterialhersteller» und haben sich betreffend der Bewertung ihrer Angebote ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf hohem Niveau geliefert. Bei der Abstimmung innerhalb des Komitees über die Auftragsvergabe habe Hitachi einen «knappen Sieg» davongetragen. Stadler will sich dazu nicht äussern.

Stadler-Inhaber und -Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler in seinem Büro. (Bild: Andrea Stalder (Bussnang, 16. Januar 2017))

Stadler-Inhaber und -Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler in seinem Büro. (Bild: Andrea Stalder (Bussnang, 16. Januar 2017))

Auf der Suche nach weiteren Kunden

Im Falle eines Sieges von Stadler hätte das Ostschweizer Unternehmen 50 Intercityzüge liefern können, die auf seinem elfteiligen Hochgeschwindigkeitszug des Typs Smile basieren. Von dieser neuen Eigenentwicklung hat Stadler 2014 für 980 Millionen Franken 29 Stück an die SBB als Erstkundin für den Nord-Süd-Verkehr verkauft. Die Züge, die bei den SBB Giruno heissen, werden ab Dezember 2019 Zürich mit Mailand via den neuen Gotthardbasistunnel und später auch Frankfurt mit Mailand verbinden.

Seit diesem ersten Verkaufserfolg ist Stadler sehr daran gelegen, weitere Bahngesellschaften als Kunden für den Hochgeschwindigkeitszug zu gewinnen, auch um die stattlichen Entwicklungskosten wieder einzuspielen.

Asien als heikles Terrain

Zudem versucht Stadler seit geraumer Zeit, auch in Asien Fuss zu fassen. Schon mehrmals ist man dort gebremst worden. Eine riesige Ausschreibung der Indischen Staatsbahnen IR liegt auf Eis, im Iran hat Stadler wegen der neuen US-Sanktionen von einer Beschaffung der Teheraner Metro (U-Bahn-Züge mit 960 Wagen) Abstand nehmen müssen, und in Sri Lanka ist Stadler 2017 mit einem Angebot für neun Lokomotiven gescheitert. In China wiederum hat Stadler laut Spuhler keine Chance, je zum Zug zu kommen, weil die Pekinger Regierung den Staatskoloss CRRC gegen Konkurrenz aus dem Ausland abschirmt.

In Taiwan freilich ist Stadler bei weiteren Ausschreibungen immer noch im Rennen. Hierbei geht es um die Beschaffung von 34 dieselelektrischen Lokomotiven und von 30 Hybridzügen. Für diese Aufträge will die TRA laut eigenen Angaben aber erst noch genügend Bieter finden. Bisher ist bekannt, dass sich neben Stadler auch Hitachi dafür interessiert.

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