BAHNTRANSPORT
Stadler-Loks: Versteigert, umlackiert und nun im südlichen Afrika als Zugpferde für Güterzüge im Einsatz

Stadler-Lokomotiven verkehren nun auch in Mosambik und Simbabwe. Es handelt sich um jene sieben Loks, die 2019 in Südafrika zum Spottpreis versteigert worden sind.

Thomas Griesser Kym
Drucken
Teilen
Einer der neuen Güterzüge zwischen Mosambik und Simbabwe, gezogen von einer Lok von Vossloh España respektive Stadler Valencia.

Einer der neuen Güterzüge zwischen Mosambik und Simbabwe, gezogen von einer Lok von Vossloh España respektive Stadler Valencia.

Bild: PD

Schon länger war darüber gemunkelt worden: Die sieben Lokomotiven der spanischen Stadler-Tochter Stadler Valencia respektive deren Vorgängergesellschaft Vossloh España seien von der südafrikanischen Leasinggesellschaft Traxtion ersteigert worden, und diese wolle die Zugmaschinen in Tansania einsetzen.

Nun herrscht Klarheit: Tatsächlich hat Traxtion die dieselelektrischen Afro-4000-Loks, die ursprünglich hellblau lackiert und für die südafrikanische Bahngesellschaft Prasa bestimmt waren, erworben. Bekanntlich für umgerechnet total vier Millionen Euro, weniger als ein Fünftel des Neuwerts von gut 22 Millionen Euro.

Konkurrenz zum Lastwagentransport auf der Strasse

Die nunmehr dunkelorange umgespritzten Loks werden indessen nicht in Tansania eingesetzt, sondern ziehen Güterzüge auf einer neuen, im Juli 2021 eingeweihten Bahnfrachtverbindung zwischen dem Tiefwasserhafen der mosambikanischen Hauptstadt Maputo und drei Handelsknotenpunkten in Simbabwe, darunter die Hauptstadt Harare.

Angeboten wird dieser Bahnservice, der den Strassentransport konkurrenzieren soll, von der südafrikanischen Logistikfirma Unitrans Africa, den beiden staatlichen Bahngesellschaften Mosambiks und Simbabwes sowie Traxtion. Diese verleast sowohl die Stadler-Loks als auch weiteres Rollmaterial an Unitrans.

In Südafrika strebt Stadler einen Vergleich an

Derweil arbeitet Stadler in Südafrika zusammen mit Prasa und den Liquidatoren der Leasinggesellschaft Swifambo an einem Vergleich, um den Lokomotivauftrag von 2013, den Stadler durch den Kauf von Vossloh España 2016 übernommen hatte, ad acta legen zu können.

Südafrikanische Gerichte hatten festgestellt, die alte Prasa-Führung habe den Vertrag zur Beschaffung von ursprünglich 70 Loks Swifambo in einem «korrupten Ausschreibungsverfahren» zugeschanzt, und die Loks hatten sich als zu hoch erwiesen für Teile des südafrikanischen Schienennetzes.

Aktuelle Nachrichten