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Stadler legt im Silicon Valley nach: Zusätzliche Züge für Caltrain

Die kalifornische Bahngesellschaft bestellt beim Ostschweizer Schienenfahrzeugbauer drei weitere Doppelstöcker und 16 Zwischenwagen. Das erhöht den Gesamtauftrag von 16 sechsteiligen auf 19 siebenteilige Kompositionen.
Thomas Griesser Kym
Visualisierung des Stadler-Doppelstöckers für Caltrain. (Bild: PD)

Visualisierung des Stadler-Doppelstöckers für Caltrain. (Bild: PD)

16 sechsteilige elektrische Doppelstöcker vom Typ Kiss für 551 Millionen Dollar – diesen Auftrag hat der Ostschweizer Schienenfahrzeugbauer Stadler im Sommer 2016 von Caltrain erhalten. Die kalifornische Bahngesellschaft will die Züge ab 2020 als Ablösung veralteter Dieselzüge auf der Strecke von San Francisco nach San Jose einsetzen, die elektrifiziert wird. Für Stadler ist dieser Auftrag prestigeträchtig, weil die Linie durch das boomende Silicon Valley führt, und er gilt für Peter Spuhlers Unternehmen als Durchbruch in Amerika. Teil des Vertrags ist auch eine Option auf bis zu 96 weitere Wagen, um die Züge auf sieben oder acht Wagen zu verlängern

Nun hat der Caltrain-Verwaltungsrat entschieden, einen Teil dieser Option auszuüben. Demnach wollen die Kalifornier bei Stadler 37 zusätzliche Wagen bestellen, aufgeteilt in drei siebenteilige Züge und in 16 Zwischenwagen, um auch die bereits bestellten Sechsteiler auf sieben Wagen zu erweitern. Kurzum: Die bisherige Bestellung von 16 sechsteiligen Zügen hat neu einen Umfang von 19 Siebenteilern. Es ist davon auszugehen, dass Caltrain die zusätzliche Order noch vor Jahresende platziert, denn dann gilt der ursprünglich vereinbarte Preis, der für 37 Wagen 174,6 Millionen Dollar beträgt.

Passagierzahlen dürften nach oben schnellen

Mit den neuen Stadler-Zügen will Caltrain das kontinuierliche Wachstum der Passagierzahlen bewältigen. Die Gesellschaft erwartet, dass die Zahl der Fahrgäste an Werktagen von momentan 65'000 pro Tag bis 2040 auf 240'000 zunimmt.

Arbeiten an Caltrain-Wagen in Stadlers US-Werk in Salt Lake City. (Bild: PD)

Arbeiten an Caltrain-Wagen in Stadlers US-Werk in Salt Lake City. (Bild: PD)

Die zusätzliche Bestellung verschafft Stadler weitere Arbeit. Derzeit werden Wagen des ursprünglichen Caltrain-Auftrages im neuen Stadler-Werk in Salt Lake City im US-Staat Utah endmontiert. Gefertigt worden sind die Wagenkasten aus Aluminium im Stadler-Werk in Altenrhein. Anschliessend wurden sie nach Amerika verschifft.

Erst zur Miete, nun in einer eigenen Fabrik

Vergangenen Herbst hat das Stadler-Werk in Utah an den ersten Wagenkasten seine Arbeit aufgenommen. Der US-Standort ist Pflicht, denn wegen des Buy America Act, der dann zum Tragen kommt, wenn bei Beschaffungen im Schienentransportsektor Steuergelder fliessen, müssen 60 Prozent der Wertschöpfung in den USA erbracht werden. Seit 2018 beträgt dieser Anteil 65 Prozent, ab 2020 dann 70 Prozent.

Zunächst war Stadler in Utah in einer Halle eingemietet, doch in Erwartung weiterer US-Aufträge und wegen eines höheren Bedarfs an Produktionsfläche wurde im Oktober 2017 mit dem Bau des eigenen Werks begonnen, in das Stadler 50 Millionen Dollar investiert hat. Vorgesehen ist die Schaffung von bis zu 350 Arbeitsplätzen.

Stadler bringt Züge der Forchbahn auf Vordermann

Im Auftrag der Forchbahn modernisiert Stadler deren 13 Schmalspurzüge des Typs Be 4/6. Stadler hatte diese vierteiligen Niederflurzüge des Typs Gelenktriebwagen (GTW) im Jahr 2004 an die Forchbahn geliefert. Sie verkehren auf der 16,4 Kilometer langen Strecke der S18 von Zürich-Stadelhofen über Forch nach Esslingen.

Vorgesehen ist, dass der Fahrgastraum der Züge erneuert wird und die jeweils zwei Traktionsstromrichter pro Zug ausgetauscht werden. Diese werden von der deutschen Voith Group geliefert. Die Modernisierung soll im September 2019 beginnen und Mitte 2024 abgeschlossen sein. Sie soll den Betrieb der Züge bis ins Jahr 2037 sicherstellen.

Zudem hat Stadler mit der Südostbahn (SOB) den Vertrag zur Lieferung von weiteren 7 achtteiligen und 5 vierteiligen Triebzügen des Typs Flirt unterzeichnet. Die SOB übt damit eine zweite Option aus und hat nun insgesamt 34 Flirts bei Stadler bestellt.

Norwegen bestellt bei Stadler, Kanada nicht

Stadler kann weitere 25 Triebzüge des Typs Flirt nach Norwegen liefern. Die staatliche Bahngesellschaft Norske Tog übt damit die letzte Tranche einer Option aus, die anlässlich einer Bestellung von 50 Flirts im Jahr 2008 vereinbart worden war. Beim nun georderten Rollmaterial handelt es sich um 23 elektrische und 2 dieselelektrische Triebzüge. Diese sind jeweils fünfteilig und 105 Meter lang. Norske Tog ersetzt damit alte Dieselzüge.

Die kanadische Bahngesellschaft VIA Rail Canada hat einen Auftrag zur Lieferung von 32 Intercityzügen an den deutschen Siemens-Konzern vergeben. Der Wert beträgt umgerechnet gut 730 Millionen Franken. Auf der Shortlist von Bahnherstellern, die VIA Rail zur Einreichung von Angeboten eingeladen hatte, stand unter anderem auch die US-Tochtergesellschaft von Stadler. Aus gut unterrichteten Quellen verlautet hingegen, Stadler habe keine Offerte vorgelegt.

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