ROLLMATERIAL
Aussicht auf 90 Züge: Stadler kommt in der Ukraine weiter voran

Mit einer weiteren Absichtserklärung rückt Stadler dem Ziel, in der Ukraine Rollmaterial zu verkaufen, erneut ein Stückchen näher. Zudem befindet sich ein Stadler-Zug aus weissrussischer Produktion zu Anschauungs- und Testzwecken in der Ukraine.

Thomas Griesser Kym
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Stadler möchte mit seinen Zügen auch in der Ukraine Fuss fassen.

Stadler möchte mit seinen Zügen auch in der Ukraine Fuss fassen.

Bild: Urs Bucher (Bussnang, 5. März 2020)

Im Bestreben, mit der Ukra­ine ins Geschäft zu kommen, hat der Ostschweizer Schienenfahrzeugbauer Stadler mit der Kiewer Regierung, der Staatsbahn Ukrzaliznytsia und der Schweizerischen Exportrisikoversicherung (Serv) eine weitere Absichtserklärung unterzeichnet.

Darin bekunden die Parteien das Vorhaben, die Finanzierung der Herstellung und Lieferung von Schienenfahrzeugen mit einem lokalen Wertschöpfungsanteil weiterzuverfolgen. Stadler-Sprecher Fabian Vettori bestätigt die Unterzeichnung dieser Absichtserklärung.

90 Züge für den S-Bahn-, Regional- und Fernverkehr

In einem Eintrag auf der Website des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sagt Infrastrukturminister Ale­xander Kubrakov erstmals, was die Ukraine bei Stadler im Rahmen der beabsichtigten Kooperation zunächst bestellen könnte, falls eine Absichtserklärung je in einen Auftrag nach einer Ausschreibung mündet.

Demnach spricht Kubrakov von 60 S-Bahn-Zügen für den Vorortverkehr der drei Grossstädte Kiew, Charkiw und Dnipro im Rahmen des Projekts City Express sowie von 20 Regional- und 10 Fernverkehrszügen.

Für Weissrussland hergestellt, für die Ukraine lackiert

Mitte August 2021 hat Stadler bereits einen Triebzug des Typs Flirt in die Ukraine geschickt. Dies, um den Zug, lackiert in den Farben der Ukrzaliznytsia, während einiger Wochen der lokalen Bevölkerung zu präsentieren und Testfahrten ohne Passagiere durchzuführen.

Video von der Überführung des weissrussischen Stadler-Zugs in die Ukraine.

Die Entsendung des Zugs war in einer Absichtserklärung vom Mai 2021 vereinbart worden. Der Zug ist eines von zehn Fahrzeugen, die Stadler derzeit in seinem Werk nahe der weissrussischen Hauptstadt Minsk für die weissrussische Eisenbahn produziert.

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