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Stadler kommt Aeroexpress entgegen

Schienenfahrzeughersteller Stadler Rail passt den Vertrag über ursprünglich 24 Doppelstockzüge für seinen Kunden Aeroexpress an. Damit erhält das im Engpass steckende Moskauer Unternehmen etwas Luft. Der russische Markt bleibt dabei für Stadler Rail interessant.
Thorsten Fischer
Die Stadler-Züge für Aeroexpress verbinden die Flughäfen Moskaus mit dem Stadtzentrum. (Bild: pd)

Die Stadler-Züge für Aeroexpress verbinden die Flughäfen Moskaus mit dem Stadtzentrum. (Bild: pd)

BUSSNANG/MOSKAU. Seit mehreren Monaten war bekannt, dass der Verkauf der Stadler-Flughafenzüge für Moskau nachverhandelt wird – wegen Liquiditätsproblemen beim Kunden Aeroexpress. Dabei spielten die Erdöl- und Erdgaskrise, die Sanktionen gegen Russland und der damit einhergehende Rubelzerfall eine Rolle. In der Folge geriet das russische Bahnunternehmen in Zahlungsschwierigkeiten. Nun hat die Thurgauer Stadler Rail Hand geboten, «mit einer massgeschneiderten Vertragslösung», wie sie gestern mitteilte. Ursprünglich lief der im Jahr 2013 geschlossene Vertrag über insgesamt 24 Doppelstöcker mit einem Wert von gut 350 Mio. €. Neu übernimmt Aeroexpress elf Doppelstocktriebzüge. Mit den jetzt festgelegten Modalitäten (Ausstattung usw.) beläuft sich der Wert dieser Züge respektive des Auftrags auf gegen 200 Mio. €. Wie Stadler-Rail-Sprecherin Marina Winder auf Anfrage weiter sagte, werden von Aeroexpress dabei sämtliche sechsteiligen Züge – nämlich neun Stück – übernommen. Bei den zwei anderen handelt es sich um vierteilige Züge.

Auch zu den noch verbleibenden 13 Zügen gab Stadler Rail Details bekannt. Fünf wurden bereits nach Aserbaidschan verkauft. Für vier weitere Züge wurde in Georgien der Vertrag unterschrieben. Stadler hofft, dass die verbleibenden vier Züge im Rahmen der Fussball-WM in Moskau für Aeroexpress in Betrieb gehen, um Engpässe abzufedern.

Mit dem jetzigen Schritt erklärte sich Stadler gegenüber Aeroexpress nicht nur bereit, die Anzahl der Züge zu reduzieren, sondern verlängerte auch die Rückzahlungsdauer und gewährt eine «Grace Period». Die neue Finanzierung konnte mit Hilfe der Schweizerischen Exportrisikoversicherung sowie der Gazprom-Bank sichergestellt werden. Es resultiere kein Verlust für Stadler Rail aus der neuen Lösung, betonte Winder.

Aeroexpress-Chef Alexei Kriworutschko dankt Stadler-Chef Peter Spuhler «für die Bereitschaft, den Vertrag neu zu verhandeln». Stadler habe partnerschaftlich und flexibel reagiert. Spuhler zeigt sich laut Mitteilung seinerseits stolz, für Aeroexpress Züge bauen zu dürfen. Man hoffe, dass das nur der Anfang sei und man weitere Züge für den russischen Markt liefern könne.

Nicht um Flughafenzüge, sondern um Trams geht es derzeit in der Schweiz: Hier interessiert die Frage, ob Stadler gegen den Entscheid des Zürcher Stadtrats pro Konkurrent Bombardier Rekurs einlegt oder nicht. Stadler Rail stellte dazu ein Communiqué für den Montag in Aussicht.

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