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U-Bahn-Auftrag: Stadler im Iran in der Warteschlaufe

Wegen der US-Sanktionen liegen die Verhandlungen des Ostschweizer Schienenfahrzeugbauers über einen Milliardenauftrag der Teheraner U-Bahn auf Eis. Noch aber besteht ein Funken Hoffnung.
Thomas Griesser Kym
Blick in die Teheraner U-Bahn an der Station Shahr-e-Rey. (Bild: Wikipedia/Nasser Haghighat)

Blick in die Teheraner U-Bahn an der Station Shahr-e-Rey. (Bild: Wikipedia/Nasser Haghighat)

«Die Verhandlungen sind on hold», stellt Stadler-Sprecherin Marina Winder klar. Auf gut Deutsch: Sie sind eingefroren. Und: «Wir reden nicht von einem Abbruch der Gespräche.» Damit lebt die Hoffnung des Ostschweizer Schienenfahrzeugbauers weiter, im Iran doch noch ins Geschäft zu kommen. Vergangenen Februar hatte Stadler eine Absichtserklärung unterzeichnet und damit das Interesse bekräftigt an einem Grossauftrag der Teheraner U-Bahn im Volumen von rund einer Milliarde Franken. Kurz danach haben allerdings die Sanktionsdrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran im Streit um dessen Atomprogramm die Aussicht auf einen erfolgreichen Ausgang der Gespräche getrübt, und nun, da Trump die Sanktionen aktiviert hat, lässt Stadler verlauten: «Selbstverständlich halten wir uns an alle staatlichen Sanktionen und Handelsembargos.»

Für Stadler ist das doppelt ärgerlich, denn erstens habe es im Rennen um den Grossauftrag «nicht schlecht ausgesehen», wie Winder sagt. Und zweitens wäre Spuhlers Unternehmen damit der Einstieg in einen neuen Markt gelungen, und dies in einer Region, in der noch andere viel versprechende Länder liegen. So hat Spuhler etwa Mitte 2017 in Georgien eine Absichtserklärung un­terzeichnet zum Bau eines Werks.

Stadler will sein US-Geschäft schützen

Trump hat die Sanktionen gegen den Iran unilateral verhängt. ­Warum fügt sich Stadler als Schweizer Unternehmen? «Generell halten wir uns an staatliche Sanktionen», bekräftigt Winder. Dass Stadler im Falle eines Ausscherens um sein wichtiges Geschäft in den USA fürchtet, wo man im Silicon Valley den prestigeträchtigen Caltrain-Auftrag gewonnen hat und in Utah ein eigenes Werk baut, stellt Winder nicht in Abrede – dies wohl auch als Folge von Trumps Tweet vom vergangenen Dienstag: «Wer mit dem Iran Geschäfte macht, wird keine Geschäfte mit den Vereinigten Staaten machen.»

Wie auch immer: Vorerst ­ruhen die Hoffnungen darauf, dass die Sanktionen irgendwann wieder fallen. Je nach Lage könnte Stadler dann daran interessiert sein, über den Grossauftrag weiterzuverhandeln – falls ihn Iran bis dahin nicht an die Chinesen vergeben hat, denen die Sanktionen der Amerikaner gegen die Islamische Republik einerlei sind. Ironie der Geschichte: China selbst schottet seinen Bahnmarkt gegen ausländische Hersteller wie Stadler konsequent ab.

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