Stadler hilft Berlin aus der Patsche

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U-Bahn Eine akute Knappheit an Rollmaterial auf einer Linie der Berliner U-Bahn verhilft der deutschen Tochtergesellschaft des Ostschweizer Schienenfahrzeugbauers Stadler zu mehr Arbeit. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben der Beschaffung von 20 weiteren U-Bahn-Zügen bei der Stadler Pankow GmbH zugestimmt. Weil die BVG damit eine Option in einem bestehenden Liefervertrag mit Stadler ausübt, muss der Auftrag nicht international ausgeschrieben werden. Das spart Zeit, und so seien die ersten Zü­ge bereits 2019 verfügbar. Das Besondere daran: Es sind Kleinprofil-Züge mit schmaleren Wagen, die auf der Grossprofil-Linie 5 eingesetzt werden, auf der normalerweise breitere Züge verkehren. Zur Anpassung werden die Kleinprofil-Züge temporär mit breiteren Tritten ausgerüstet, um die Lücke zwischen den Wagentüren und dem Perron zu verkleinern. Später sollen die Züge dann auf den Kleinprofil-Linien 1 bis 4 eingesetzt werden. Die BVG haben 2015 und 2016 bereits 28 dieser Kleinprofil-Züge geordert.

Ferner beteiligt sich Stadler über seine polnische Tochtergesellschaft an der grössten Ausschreibung in der Geschichte der Warschauer Metro. Diese will 37 U-Bahn-Züge beschaffen, wofür ein Budget von umgerechnet 460 Millionen Franken zur Verfügung steht. Stadler und der günstigste Anbieter, die tschechische Skoda, offerieren knapp unterhalb dieses Budgetrahmens. Etwas bis deutlich teurer sind die weiteren drei Anbieter, die polnische Tochter der fran­zösischen Alstom, die spanische CAF sowie ein Konsortium um Siemens. (T. G.)