NIEDERLAGE
Stadler geht ein drei Milliarden Franken schwerer Auftrag durch die Lappen

Der Ostschweizer Schienenfahrzeugbauer ist in Dänemark mit seiner Beschwerde abgeblitzt. Damit können die Dänischen Staatsbahnen 150 elektrische Triebzüge bei Alstom bestellen.

Thomas Griesser Kym
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Das Stadler-Werk am Hauptsitz in Bussnang.

Das Stadler-Werk am Hauptsitz in Bussnang.

Bild: Andrea Stalder

Bis zu 150 elektrische Triebzüge samt Wartung während 40 Jahren im Gesamtwert von drei Milliarden Franken: Diesen Auftrag haben die Dänischen Staatsbahnen (DSB) im April 2021 an die französische Alstom vergeben. Das Nachsehen hatte unter anderem Mitbewerber Stadler.

Doch der Ostschweizer Schienenfahrzeugbauer hat den Vergabeentscheid nicht so einfach hingenommen. Stadler gelangte im Mai an die dänische Beschwerdekammer für öffentliche Beschaffungen, um die Auftragsvergabe an Alstom anzufechten. Stadlers Argument: Alstom habe nicht alle Anforderungen der Ausschreibung erfüllt.

Stadlers Beschwerde abgeschmettert

Nun aber hat die Beschwerdekammer Stadlers Einsprache abgewiesen, wie der Branchendienst Eurailpress berichtet. Zuvor hatten auch schon die DSB Stadlers Einsprache als unbegründet bezeichnet. Alstoms Angebot entspreche den technischen Anforderungen und sei wirtschaftlich am attraktivsten, sagte im Mai DSB-Manager Jürgen Müller.

Die DSB können nun bei Alstom das neue Rollmaterial bestellen und gehen davon aus, dass der Vertrag am 17. Juni 2021 unterzeichnet wird. Die neuen Züge sollen alte und pannenanfällige Dieselzüge der Baureihen IC3, IC4 und IR4 ersetzen und zwischen 2024 und 2029 ausgeliefert werden.