Wie auf Schienen: Stadler breitet sich in Grossbritannien immer mehr aus

In England hat Stadler 120 Servicemitarbeitende des Bahnbetreibers Nexus übernommen und baut für gut 83 Millionen Franken ein neues Servicewerk in Newcastle. All dies ist Teil des Grossauftrags, in dessen Rahmen Stadler 42 Metrozüge an Nexus liefern und diese während 35 Jahren warten und unterhalten wird.

Thomas Griesser Kym
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Schlüsselübergabe von Nexus an Stadler im Servicewerk Gosforth.

Schlüsselübergabe von Nexus an Stadler im Servicewerk Gosforth.

Bild: PD (Newcastle, 4. Oktober 2020)

Per 4. Oktober 2020 haben die 120 Beschäftigten des Nexus-Servicewerks Gosforth in Newcastle ihren Arbeitgeber gewechselt. Neu erhalten sie ihren Lohn von Stadler. Damit ist nun der Ostschweizer Schienenfahrzeugbauer verantwortlich für die Wartung und den Unterhalt der Nexus-Flotte, die mit ihren Metrozügen das Gebiet Tyne & Wear im Nordosten Englands bedient. Dieses umfasst den Ballungsraum um die Grossstädte Newcastle, Sunderland und Gateshead.

Die Übernahme des Flottenservices und der Nexus-Beschäftigten ist Teil des 362 Millionen Pfund (431 Millionen Franken) schweren Flottenerneuerungsprogramms von Nexus. In dessen Rahmen baut und liefert Stadler 42 Metrozüge an Nexus und wird diese während 35 Jahren warten und unterhalten.

Ein neues Werk löst das alte schrittweise ab

Zu diesem Zweck baut Stadler als Teil des Vertrags für 70 Millionen Pfund (83 Millionen Franken) am Ort des bestehenden Servicewerks ein neues. Das neue Werk soll das alte schrittweise ersetzen, so dass der Service der alten und der neuen Züge jederzeit gewährleistet ist. In einem kurzen Video zeigt die beauftragte Baufirma, wie sie sich die Ablösung vorstellt.

Die neuen Metrozüge sollen ab dem Jahr 2023 in Betrieb gehen, und der Endausbau des neues Depots ist für 2025 geplant. Die Bauarbeiten sollen noch 2020 beginnen. Mit 83 Millionen investiert Stadler annähernd so viel wie für den Bau seines Werks in St.Margrethen (86 Millionen), dem neuen Kompetenzzentrum für Doppelstöcker.

So soll es im Inneren des neuen Stadler-Servicewerks in Newcastle aussehen.

So soll es im Inneren des neuen Stadler-Servicewerks in Newcastle aussehen.

Bild: PD

Fünf britische Aufträge für Stadler innert weniger Jahre

Jürg Gygax, Leiter der Servicedivision bei Stadler.

Jürg Gygax, Leiter der Servicedivision bei Stadler.

Bild: PD

Stadler hat Grossbritannien vor einigen Jahren als einen Zukunftsmarkt bezeichnet und bemüht sich sehr um Aufträge. Mit Erfolg, wie den Worten von Jürg Gygax zu entnehmen ist, dem scheidenden Chef von Stadlers Servicedivision:

«Stadler hat in den vergangenen vier Jahren in Grossbritannien ein beträchtliches Wachstum verzeichnet und fünf Ausschreibungen zum Bau und zur Lieferung neuer Züge gewonnen.»

Drei dieser Aufträge umfassen auch langfristige Service- und Unterhaltsverträge, «was unser Bekenntnis zum britischen Markt veranschaulicht», wie Gygax sagt. Bei den beiden anderen britischen Rollmaterial- und Serviceaufträgen handelt es sich um jenen über 52 Metrozüge für das Merseyrail-Bahnnetz in der Liverpool City Region sowie jene über 58 Flirt-Triebzüge für Greater Anglia. Zudem hat Stadler Aufträge erhalten zur Lieferung von 71 Fahrzeugen für Wales & Borders sowie 17 Metrozügen für die U-Bahn in Glasgow.