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Stadler will Züge nach Kanada verkaufen

Die staatliche Bahngesellschaft VIA Rail Canada will 32 Züge beschaffen, um ihre Flotte auf den Hauptverkehrsstrecken zu ersetzen. Im Rennen sind neben dem Ostschweizer Schienenfahrzeugbauer Stadler auch Bombardier, Siemens und Talgo.
Thomas Griesser Kym
Ein VIA-Rail-Zug im Bahnhof von Belleville in der kanadischen Provinz Ontario. (Bild: PD)

Ein VIA-Rail-Zug im Bahnhof von Belleville in der kanadischen Provinz Ontario. (Bild: PD)

Im Jahr 2002 hat der Schienenfahrzeugbauer Stadler die erste Bestellung aus den USA erhalten. Seither sind von dort beim Ostschweizer Unternehmen sechs weitere Aufträge eingegangen, mit den vorläufigen Höhepunkten der Bestellungen von TexRail 2015 für 8 Diesel-Flirt und von Caltrain 2016 für 16 Doppelstöcker für das Silicon Valley. Im Staat Utah baut Stadler derzeit ein eigenes Montagewerk. Nun arbeitet Peter Spuhlers Firma daran, ihre Präsenz in Amerika weiter zu verstärken und geografisch auch im Markt ­Ka­nada Fuss zu fassen. Dorthin hat man bisher einzig 10 Panoramawagen für den Touristenzug Rocky Mountaineer verkauft.

Stadler ist eines von vier Unternehmen, die sich zur Einreichung von Angeboten auf eine Ausschreibung der VIA Rail Canada vorqualifiziert haben. Diese ist die staatliche Eisenbahngesellschaft Kanadas für den Personenfernverkehr. 94 Prozent des Passagieraufkommens entfallen auf den Intercity-Verkehr im Québec-Windsor-Korridor. Dieser erstreckt sich von Québec City bis Windsor nahe Detroit und umfasst mehrere zusammenhängende Bahnstrecken mit einer Gesamtlänge von über 1000 Kilometern. Im Korridor liegen sechs der zehn grössten Metropolitanregionen Kanadas, darunter Toronto, Montreal und Ottawa.

Ein Via-Rail-Zug verlässt den Hauptbahnhof Union Station in Toronto. Links der berühmte Fernsehturm, der 553 Meter hohe CN Tower. (Bild: PD)

Ein Via-Rail-Zug verlässt den Hauptbahnhof Union Station in Toronto. Links der berühmte Fernsehturm, der 553 Meter hohe CN Tower. (Bild: PD)

Der Auftrag soll noch vor Ende Jahr vergeben werden

Die Flotte, die VIA Rail in diesem Korridor einsetzt, hat 35 Jahre auf dem Buckel und steht kurz vor dem Ende ihres Lebenszyklus. Deshalb soll sie nun, nachdem die Regierung die erforderlichen Mittel ins Budget aufgenommen hat, ersetzt werden. Dazu will VIA Rail 32 Push-Pull-Züge beschaffen. Das sind Züge, die von einer Lokomotive gezogen und/oder von einer Lok gestossen werden. Im Rennen um die Auftragsvergabe sind Stadlers amerikanische Tochter Stadler US, der kanadische Bahnbauer Bombardier, die kanadische Tochter der deutschen Siemens und die spanische Talgo.

Laut VIA Rail haben die vier Unternehmen nun Zeit bis zum 5. Oktober, um ihre Angebote einzureichen. Noch vor Ende Jahr will VIA Rail über den Zuschlag entscheiden, und die neuen Züge sollen ab 2022 den Betrieb aufnehmen. VIA Rail will Züge mit Diesellokomotiven beschaffen, deren Motoren energieeffizienter und damit umweltfreundlicher sind als die bestehenden. Die neuen Loks sollen ferner mit der Option ausgestaltet werden, dass sie in der Zukunft auch elektrifizierte Strecken befahren können. Laut VIA Rail sollen die 32 Züge schneller und sicherer sein als das alte Rollmaterial. Die Wagen sollen über ins­gesamt 9100 Sitzplätze verfügen und besser zugänglich und komfortabler sein. Die Push-Pull-Technik reduziert laut VIA Rail die Wendezeit an Bahnhöfen in urbanen Zentren und damit die Betriebskosten.

BLS bestellt Doppelstöcker bei Stadler

Die BLS bestellt in den kommenden Wochen bei Stadler weitere acht Doppel­stöcker des Typs Mutz. Dies als Folge der Konzessionserteilung durch den Bund für die beiden Fernverkehrslinien Bern–Biel und Bern–Burgdorf–Olten, die von der BLS ab Dezember 2019 bedient werden. Die kurzfristige Bestellung ist möglich, weil die BLS bei Stadler eine Option aus der ursprünglichen Mutz-Beschaffung aus dem Jahr 2012 einlösen kann. Stadler-intern lautet der Typenname Kiss. (T. G.)

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