Stabiler Arbeitsmarkt

Im Oktober ist der Rückgang der Schweizer Arbeitslosigkeit fast zum Stillstand gekommen. Das ist saisonal betrachtet eine gute Botschaft.

Thomas Griesser Kym
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Für Junge hat sich der Arbeitsmarkt wieder entspannt. (Bild: Urs Jaudas)

Für Junge hat sich der Arbeitsmarkt wieder entspannt. (Bild: Urs Jaudas)

Bern. 139 365 Menschen waren im Oktober arbeitslos gemeldet. Das sind 675 weniger als im Vormonat und fast 19 000 weniger als vor Jahresfrist. Damals betrug die Arbeitslosenquote 4%, jetzt sind es 3,5%. Im Vergleich zum Vormonat bedeute dies eine Stagnation – was für Serge Gaillard eine erfreuliche Nachricht ist. Denn: Im Herbst nimmt die Arbeitslosigkeit normalerweise saisonal bedingt zu, wie der Direktor für Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) weiss, weil besonders im Gastgewerbe mehr Serviceangestellte, Hotelpersonal und Köche ohne Arbeit sind.

Und im Winter nimmt jeweilen auch die Arbeitslosigkeit im Baugewerbe zu. In den nächsten Monaten dürfte die Arbeitslosigkeit denn auch wieder leicht zunehmen.

Stagnation kommendes Jahr?

Ohne saisonale Effekte, rechnet Gaillard vor, wäre die Arbeitslosigkeit im Oktober um weitere 2500 Betroffene gesunken. Seit Anfang Jahr, als die Quote noch 4,5% betrug, ist sie tendenziell rückläufig, und die Jugendarbeitslosigkeit der 15- bis 24-Jährigen hat innert Jahresfrist um gut ein Fünftel abgenommen.

Auf längere Frist hinaus rechnet Gaillard damit, dass die Arbeitslosigkeit nächstes Jahr nicht weiter abnimmt, sondern vorerst stagniert. Dies deshalb, weil eine Abschwächung der konjunkturellen Erholung erwartet wird, mitunter eine Folge des starken Frankens, der die Exporte und die Schweiz als Reiseland für ausländische Touristen verteuert. Für 2011 rechnet das Seco mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,7%, wie Gaillard der Agentur SDA sagte. Das entspräche etwa dem Niveau von 2009.

ALV wird revidiert

Per 1. April 2011 tritt die 4. Teilrevision des ALV-Gesetzes in Kraft. Sie soll Mehreinnahmen von 646 Mio. Fr. und Einsparungen von 622 Mio. Fr. bringen. Der Arbeitnehmerverband Travail Suisse kritisiert, mit der Revision verlören auf einen Schlag 12 000 oder 8% der registrierten Arbeitslosen ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld und würden ausgesteuert. Travail Suisse fordert deshalb Besitzstandwahrung für bisherige Arbeitslose. Das Seco kontert, die Revision beseitige Fehlanreize.

Ziel der Arbeitsmarktpolitik sei es, Menschen ohne Arbeit schnell ins Erwerbsleben zurückzuführen.

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