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St.Galler Start-up digitalisiert Pferde

Alleine in der DACH-Region leben 1,3 Millionen Pferde und verursachen einen hohen bürokratischen Aufwand. Vier St.Galler Jungunternehmer wollen mit einer App Abhilfe schaffen.
Yusuf Barman
Das junge Unternehmerteam hinter Sayblake (von links): Kevin Pfaffhauser, Fabio Litscher, Ishan Don und Atilla Deniz. (Bild: PD)

Das junge Unternehmerteam hinter Sayblake (von links): Kevin Pfaffhauser, Fabio Litscher, Ishan Don und Atilla Deniz. (Bild: PD)

Pferde machen nicht nur Mist, sondern verursachen hohen bürokratischen Aufwand. Die Dokumentation und Administration rund um die Verwaltung der Reittiere wird nach wie vor dezentral und zum grössten Teil ausschliesslich in Papierform festgehalten. Dadurch entstehen viele verschiedene Schnittstellen, was die Vereinheitlichung einer strukturierten Ablage von Informationen über das Pferd erschwert. Vier St. Galler Jungunternehmer haben sich zum Ziel gesetzt, mit einer Smartphone-App einen neuen Standard für die Verwaltung von Pferden zu etablieren.

Mit Sayblake, so nennen CEO Ishan Don und sein Gründerteam ihr Produkt, soll die Dokumentation und Kommunikation rund um das Ross durch eine gesamtheitliche Lösung abgebildet werden. Die Applikation besteht ­aktuell aus vier verschiedenen Modulen (Gesundheit, Finanzen, Aktivitäten und Tagebuch), welche den Pferdebesitzern und Reitern die Dokumentation erleichtern sollen. In der zweiten Version soll die Anwendung durch weitere Module wie Reitstunden und Veranstaltungskalender erweitert werden.

Jedes Pferd individuell erfasst

Das Start-up erkennt das Marktpotenzial in der aktuell weitgehend unstrukturierten Ablage von Informationen über die Reittiere: Der Gesundheitszustand des Pferdes und allfällige Behandlungen durch den Tierarzt werden im Pferdepass notiert. Besitzer halten Termine für Reitstunden, bevorstehende Impfungen und Hufpflege in einem Kalender fest. Die Kommunikation unter verschiedenen Personen, die mit demselben Huftier zu tun haben, findet grösstenteils über Whatsapp-Gruppenchats statt. Fotos und Videos zu den Pferden befinden sich auf privaten Smartphones der Reiter und werden in der Regel selten geteilt. Mit Sayblake soll für jedes Pferd ein individuelles digitales Profil erstellt werden, das alle Informationen, Dokumente und Medien an einem Ort zentral abspeichert und es ermöglicht, mit allen beteiligten Personen zu teilen.

«Wir wollen die Pferdeindustrie digitalisieren», sagt Atilla Deniz, kreativer Leiter des Jungunternehmens. Der 23-Jährige aus Rorschach hat zwar Systemtechniker gelernt, macht aber leidenschaftlich Webdesign. Er hat vor drei Jahren in seiner Freizeit die Webseite von «20 Minuten» neu gestaltet. Im App Store ist er als Entwickler von Spielen wie «Trump Burrito», «Portalo» und «Blockiz» aufgeführt. Geschäftsführer Ishan Don, Initiator des Start-ups, reitet in seiner Freizeit selbst und ist mit dem bürokratischen Problem in den Pferdeställen vertraut. Er hat den Businessplan für Sayblake im Rahmen seiner Bachelorarbeit an der Universität Liechtenstein entwickelt. Der technische Direktor ist der 22-jährige Informatiker Fabio Litscher. Kevin Pfaffhauser, der operative Leiter, ist Wirtschaftsinformatiker und unterstützt sein Team vor allem bei der Markteinführung.

Ein Hilfspaket, das sich bezahlt macht

Die Jungunternehmer haben im Sommer 2018 unter den acht Finalistenteams am Businessplan-Wettbewerb Liechtenstein-Rheintal den ersten Platz belegt und wurden von der Regierung des Fürstentums mit einem Preisgeld von 15000 Franken ausgezeichnet. Im Dezember hat sich das Gründerteam zudem für das Förderpaket des St. Galler Innovationszentrums Startfeld qualifiziert (siehe Kasten). Mit dem Erhalt des Hilfspakets im Wert von 10500 Franken steht dem Start-up der Zugang zur Stiftung Startfeld offen. Für die nächsten drei Jahre profitieren sie von Coachingstunden und weiteren Dienstleistungen von Rechtsanwälten oder Treuhändern.

Die St. Galler Jungunternehmer sind ambitioniert. Gemäss ihrem Businessplan wollen sie sich bis 2023 in der DACH-­Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) etablieren. Sie rechnen im Best Case mit 160000 ­aktiven Anwendern und einem Betriebsgewinn von 1,7 Millionen Franken. Beim Worst-Case-Szenario rechnet das Start-up im fünften Jahr nach der Gründung immer noch mit 20000 Anwendern und einem Gewinn von 365000 Franken.

Startfeld fördert sechs St.Galler Jungunternehmer

Der Förderverein Startfeld unterstützt sechs Start-ups aus St. Gallen. Im vergangenen Dezember haben sich die Jungunternehmer für die Förderpakete des Innovationszentrums qualifiziert. Die Firmen arbeiten an Erneuerungen in Bereichen wie Food, Immo­bilien oder Elektromobilität. Für die nächsten drei Jahre sollen die sechs Firmen Coachingstunden sowie Dienstleistungen von Rechtsanwälten und Treuhändern im Wert von je 10500 Franken ­erhalten. Die sechs Start-ups heissen Hairry (Vermittlungsplattform für Coiffeursalons), Immobird (Plattform, die Immobilienmakler vergleicht), Re-Coffee (neues Herstellungsverfahren für Cold-Brew-Kaffee), Sayblake (Applikation für Stallmanagement), Soflow (Elektro-Skateboards, -Scooters und -Bikes) und Gelenic (mehrteilig aufgebaute Orthesen).

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