St. Galler KB solid im Plus

Kostensenkungen und eine stabile Entwicklung im Heimmarkt verleihen der St. Galler Kantonalbank (SGKB) Rückenwind. Das Marktumfeld verleitet aber weiterhin nicht zu Euphorie.

Sabrina Dünnenberger
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Blicken zufrieden zurück auf das Jahr 2012: Die SGKB-Lenker Franz Peter Oesch (links) und Roland Ledergerber. (Bild: Urs Jaudas)

Blicken zufrieden zurück auf das Jahr 2012: Die SGKB-Lenker Franz Peter Oesch (links) und Roland Ledergerber. (Bild: Urs Jaudas)

ST. GALLEN. Gibt Franz Peter Oesch an der kommenden Generalversammlung sein Amt als Verwaltungsratspräsident der SGKB ab – als Nachfolger wird sein Vize Thomas Gutzwiller zur Wahl vorgeschlagen –, kann er dies mit einem Gefühl der Zufriedenheit tun. Den anhaltend schwierigen Bedingungen im Bankgeschäft zum Trotz hat die SGKB im Geschäftsjahr 2012 mehr verdient (siehe Tabelle). Und dies, obwohl die SGKB nach dem Bundesgerichtsentscheid vom November Rückstellungen für die Rückzahlung von Retrozessionen von 6,9 Mio. Fr. vornahm und sie wie alle Schweizer Banken aufgrund regulatorischer Massnahmen Mehraufwand betreiben musste.

Offene Zinsschere

Das Ertragsplus resultiert zu grossen Teilen aus dem Zinsengeschäft, das um über 8% auf 313 Mio. Fr. zulegte. Zwar seien die Erträge auf den Kundenausleihungen durch das tiefe Zinsniveau weiter unter Druck, die Bank habe dies aber kompensieren können, sagte Konzernchef Roland Ledergerber. So stieg die Höhe der Ausleihungen. Zudem sind die Kosten für Refinanzierung und Absicherung der Kundengelder gesunken. Bei neu getätigten Absicherungsgeschäften gegen steigende Zinsen habe die Bank zudem von «deutlich günstigeren Konditionen» profitieren können. Die Absicherung ist nötig, da die Anleger ihre Gelder eher kurzfristig parkieren, während Kreditnehmer wie Hypothekarschuldner ihre Verpflichtungen möglichst langfristig abschliessen wollen. Was die Hypotheken angeht, sieht die Bank weiter keine Gefahr einer Immobilienblase im Marktgebiet.

Den höheren Erträgen stehen tiefere Kosten gegenüber. Das ist laut SGKB-Führung vor allem auf Effizienzsteigerungen zurückzuführen – und geht, wie Oesch festhält, «nicht auf Kosten des Personalbestandes». So seien etwa die IT-Plattformen sowie das Backoffice der Tochter Hyposwiss mit dem Mutterhaus zusammengeführt worden. Während der Bank im Heimmarkt mehr Gelder zuflossen, musste sie in den Auslandmärkten allerdings Abflüsse verzeichnen. Das ist aber insofern nicht überraschend, als dass die SGKB vor längerer Zeit bekannt gegeben hatte, sich aus dem US-Markt zurückzuziehen.

Anleger bleiben vorsichtig

Im Kommissionsgeschäft sprudeln die Erträge weiterhin nicht. Die Anleger bleiben zurückhaltend, obwohl, wie Ledergerber sagt, «die Realwirtschaft eindrücklich ihre Wettbewerbsfähigkeit gezeigt und die Börse ebenfalls aufwärts gezeigt hat». Das sei bei den Anlegern noch nicht angekommen. Für das laufende Jahr erwartet die SGKB-Spitze Erträge und Kosten «im bisherigen Umfang». Die Dividende bleibt unverändert bei 15 Fr. pro Aktie.