Spitzenverdiener schrumpft zum Grossverdiener

Das laue Geschäftsjahr 2011 der Credit Suisse zeigt Spuren im Salär der Topmanager. Konzernchef Brady Dougans Bezüge wurden gut halbiert.

Stefan A. Schmid
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ZÜRICH. Brady Dougan war in den letzten Jahren einer der Spitzenverdiener unter den Schweizer Managern und damit auch eine Reizfigur in der Abzocker-Debatte. 2009 hatte die Credit Suisse (CS) ihren Chef mit 19,2 Mio. Fr. entlöhnt. 2010 waren es noch 12,8 Mio. Franken. Wobei im Frühling 2010 ein Zustupf über sagenhafte 60 Mio. Fr. aus einem mehrjährigen Bonusprogramm dazukam.

Diese goldenen Zeiten sind für den 52jährigen Amerikaner vorerst passé. Wie der gestern publizierte CS-Vergütungsbericht aufzeigt, kassierte er 2011 noch 5,8 Mio. Fr, also weniger als die Hälfte des Vorjahressalärs. Der Basislohn blieb mit 2,5 Mio. Fr. gleich hoch, der variable Vergütungsteil wurde aber um 69% gestutzt.

Die Chefs von Novartis, Roche und Nestlé strichen dagegen 2011 erneut zweistellige Millionensaläre ein. Mehr als Dougan kassierten auch die Chefs von ABB oder Lindt & Sprüngli sowie UBS-Chef Sergio Ermotti (6,4 Mio. Fr.).

Wie bei UBS war auch bei der CS nicht der oberste Chef der Topverdiener. Das war mit 8,5 Mio. Fr. Robert Shafir, Chef des Asset Managements. Die CS erklärt dies mit der «erfolgreichen Neupositionierung» der Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden.

Insgesamt erhielt die 13köpfige Geschäftsleitung (GL) 70,2 Mio. Franken. Die mittlere Gesamtvergütung eines GL-Mitglieds lag damit 46% tiefer als 2010. Grund: Die durchschnittliche variable Vergütung, also der Bonus, sank um 57% auf 3,5 Mio. Franken. Boni in bar wurden keine mehr bezahlt, sondern hauptsächlich aktienbasierte Vergütungsanteile. Diese werden zudem nicht sofort verteilt.