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SPEKULATION: Verdacht auf Insiderhandel: Finanzfachmann wegen Holcim-Deal vor Gericht

Nachspiel zur Fusion der Zementriesen Holcim und Lafarge: Im November muss sich ein Finanzberater wegen Insiderhandels vor Bundesstrafgericht verantworten.
Balz Bruppacher
Rund um die Megafusion von Lafarge und Holcim soll sich ein Schweizer dank Insiderwissens bereichert haben. (Bild: YOAN VALAT (EPA))

Rund um die Megafusion von Lafarge und Holcim soll sich ein Schweizer dank Insiderwissens bereichert haben. (Bild: YOAN VALAT (EPA))

Kursauschläge an der Börse liessen schon im April 2014 nach der Bekanntgabe der Grossfusion zwischen dem Schweizer Zementkonzern Holcim und seinem französischen Konkurrenten Lafarge den Verdacht aufkommen, dass Insider am Werk waren. Am kommenden 6. November steht nun ein 53-jähriger Schweizer Finanzfachmann in Bellinzona vor Bundesstrafgericht. Die Bundesanwaltschaft (BA) wirft dem Beschuldigten vor, Informationen eines sogenannten Primärinsiders in der Holcim-Gruppe ausgenützt und für sich und Dritte einen unrechtmässigen Gewinn von rund zwei Millionen Franken eingestrichen zu haben.

Wer die Tipps über die bevorstehende Fusion und vier weitere kursrelevante Unternehmensentscheide bei Holcim in der Zeit zwischen Februar 2013 und April 2014 gab, konnte die BA nicht eruieren. In Frage kommen neben den handelnden Organen bei Holcim auch Berater ausserhalb des Konzerns. Laut der jetzt veröffentlichten Anklageschrift wirft die Bundesanwaltschaft dem Finanzfachmann vor, gegen die Insiderstrafnorm und das Börsengesetz verstossen zu haben. Die Strafanträge wird die BA erst am Prozess in Bellinzona bekanntgeben. Gemäss dem alten Recht, auf das sich die Anklage stützt, sind für diese Verstösse Freiheitsstrafen von bis zu einem Jahr oder Geldstrafen möglich.

Der Angeklagte soll sich die Vermögensorteile durch Geschäfte mit Aktien und Derivaten verschafft haben. Zu den Begünstigten gehören gemäss Anklageschrift auch die Lebenspartnerin und drei Vermögensverwaltungskunden des Beschuldigten. Der an der Zürcher Goldküste wohnhafte Mann war nach der KV-Lehre bei einer Grossbank bei mehreren Banken und Vermögensverwaltern im Wertschriftenhandel und als Kundenberater tätig. Im Dezember 2014 wurde er festgenommen, aber am gleichen Tag wieder entlassen. Das Telefon und die E-Mail-Adresse des Angeklagten und seiner Partnerin wurden zeitweise überwacht. Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

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