Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Spanien spürt Arbeitslosigkeit massiv

Die Organisation ILO hat weltweit die Arbeitslosigkeit analysiert. Spanien ist negativer Spitzenreiter, gefolgt von Griechenland. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt dort über 50 Prozent.
Ralf Streck

MADRID. Spanien ist im Fussball Welt- und Europameister. Laut der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) trägt das Land allerdings auch den traurigen Titel, Weltmeister der Arbeitslosigkeit zu sein. Dabei gibt die ILO die spanische Arbeitslosigkeit nur mit 24,5% an. Doch die europäische Statistikbehörde Eurostat hat schon im Juli saisonbereinigt 25,1% ermittelt. In beiden Angaben ist noch nicht berücksichtigt, dass Spaniens Arbeitslosigkeit sogar im August weiter gestiegen ist, obwohl es im Sommer in der Tourismusindustrie viele Stellen befristet zu besetzen gilt.

Aus Afrika keine genauen Zahlen

Laut ILO machen nur einige afrikanische Länder wie Namibia den Spaniern den Weltrekord streitig, aus denen aber wie aus vielen Ländern der Karibik oder Lateinamerika nur Schätzungen vorliegen. In die Nähe der Spanier kommt auch Griechenland. Die Arbeitslosigkeit ist bei den Hellenen laut ILO auf 22,3% gestiegen. Allerdings gibt auch hier Eurostat mit 23,1% eine höhere Quote an. Die letzten verfügbaren Zahlen aus Athen stammen vom Mai und die Arbeitslosigkeit dürfte seither weiter gestiegen sein.

Dass Griechenland nun Spanien den traurigen Titel streitig macht, zeigt sich auch bei der Jugendarbeitslosigkeit. Die ILO und Eurostat sind sich einig darüber, dass Griechenland inzwischen bei den unter 25-Jährigen noch mehr Arbeitslose ausweist als Spanien. Bei den Hellenen seien es schon 55% und in Spanien gut 53%. Die ILO weist in einer Studie zur Jugendarbeitslosigkeit darauf hin, dass sich die Schere unter den entwickelten Ländern immer weiter öffne. Während in Griechenland und Spanien schon mehr als jeder zweite junge Mensch keine Stelle habe, seien es in Deutschland oder der Schweiz weniger als 10%.

Viele fallen aus der Statistik

Eine reale Besserung auf dem Arbeitsmarkt erwartet die ILO nicht, auch wenn sich die Zahlen leicht verbessern könnten. «Viele Menschen ohne Job dürften sich schon bald frustriert von den Arbeitsmärkten abwenden – dann fallen sie einfach aus der Statistik», zitiert die «Financial Times Deutschland» ILO-Fachmann Ekkehard Ernst. In Spanien kann das schon beobachtet werden. Als gerade das Arbeitsministerium die neuen Arbeitslosenzahlen vorlegte, fiel die Tatsache auf, dass offiziell nur 40 000 Stellen verloren gegangen sein sollen. Die Sozialversicherung hat im August aber 140 000 Beitragszahler verloren.

Negative Wirkung unterschätzt

Werden die extremen Arbeitslosenzahlen mit den Prognosen der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) oder anderen verglichen, zeigt sich, dass die negative Wirkung der Sparprogramme auf den Arbeitsmarkt unterschätzt wurde. Das hat Auswirkungen auf die Staatsfinanzen. Die Haushalte lassen sich nicht so einfach wie gedacht mit drastischen Sparmassnahmen konsolidieren. Eine rasant steigende Arbeitslosigkeit bedeutet neben wachsenden Sozialkosten auch mehr Steuerausfälle.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.