S&P zahlt Millionen nach Kritik an Ratings

WASHINGTON. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat sich mit der US-Börsenaufsicht SEC auf einen Vergleich geeinigt, um Vorwürfe wegen geschönter Kreditbewertungen aus der Welt zu schaffen. S&P zahle insgesamt 77 Mio. $, teilte die Aufsichtsbehörde mit.

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WASHINGTON. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat sich mit der US-Börsenaufsicht SEC auf einen Vergleich geeinigt, um Vorwürfe wegen geschönter Kreditbewertungen aus der Welt zu schaffen. S&P zahle insgesamt 77 Mio. $, teilte die Aufsichtsbehörde mit. Zudem dürfen die Bonitätswächter ein Jahr lang keine Ratings mehr für bestimmte durch Gewerbeimmobilien besicherte Anleihen vergeben.

«Kriterien aufgeweicht»

Die SEC wirft S&P vor, die Ratingkriterien aufgeweicht zu haben, um die Geschäfte auszuweiten. «Investoren verlassen sich auf die Bewertungen von Agenturen wie S&P. Doch S&P stellte seine eigenen finanziellen Interessen über die der Investoren», sagte SEC-Direktor Andrew Ceresney laut Mitteilung. Ausserdem lastet die Aufsicht den Kreditwächtern Fehler bei den internen Kontrollen und falsche Angaben über die eigenen Bewertungspraktiken an. Die Strafe sei letztlich reduziert worden, weil S&P bei den Ermittlungen kooperiert habe.

Seit Finanzkrise im Fokus

S&P zählt zu den grossen drei Ratingagenturen, die den Weltmarkt dominieren. S&P alleine soll 40% Marktanteil auf sich vereinen, gemäss Zahlen von Wikipedia. Seit der Finanzkrise ernteten die Ratingagenturen verstärkt Kritik. Sie hätten damals die auf den Immobilienkrediten basierenden Finanzpapiere zu gut bewertet, hiess es zum einen. Im Zuge der Eurokrise war es der Vorwurf, die Krise sei durch die Herabstufung einzelner Länder verschärft worden. Immer wieder gibt es auch Versuche, neben den grossen amerikanischen auch europäische Agenturen zu etablieren. (dpa/red.)