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Sonova unter Beobachtung

Der Hörgerätehersteller zeigt einen guten Geschäftsverlauf. Doch die Investoren zögern mit neuen Langfristwetten. Derweil formiert sich ein neuer Marktführer.
Daniel Zulauf
Der Hörgerätehersteller Sonova verzeichnete in fast allen Regionen eine Absatzsteigerung. (Bild: Christian Beutler/Keystone (Stäfa, 14. September 2015))

Der Hörgerätehersteller Sonova verzeichnete in fast allen Regionen eine Absatzsteigerung. (Bild: Christian Beutler/Keystone (Stäfa, 14. September 2015))

Die Sonova-Aktionäre zeigten sich nicht gerade begeistert, als der Stäfener Hörgerätehersteller gestern das Ergebnis seines Ende März abgeschlossenen Geschäftsjahres präsentierte. 10,4 Prozent mehr Umsatz und 14 Prozent mehr Gewinn, das sind zwar keine schlechten Leistungswerte, zumal das Unternehmen mit einer fast schon beneidenswert hohen Marge wirtschaftet.

Doch die Sonova-Aktien gingen am Dienstag 1,3 Prozent tiefer aus dem Handel. Sie schlossen bei knapp 160 Franken, deutlich unter dem Allzeithoch, das sie im November mit 182 Franken erreicht hatten.

Übernahme noch nicht verdaut

Sonova schaffte im Berichtsjahr eine Umsatzausweitung um 250 Millionen Franken. Den grössten Anteil daran hatte allerdings die Akquisition des niederländischen Einzelhändlers Audionova, der im Vorjahr nur während sieben Monaten in die Konsolidierung eingeflossen war. Das selbst erarbeitete Verkaufswachstum mit Hörgeräten bewegte sich nach Angabe des Unternehmens mit 4,7 Prozent am oberen Rand des Marktes. Einzig im Handel sei man weniger schnell vorangekommen als die Konkurrenz.

Sonova betont zwar, man habe in der zweiten Jahreshälfte auch hier eine Beschleunigung erlebt. Doch damit vermochte man die Investoren offensichtlich noch nicht ganz zu überzeugen. Die Audionova-Akquisition, die im September 2016 abgeschlossen wurde und die beträchtliche Summe von 830 Millionen Euro kostete, muss ihren kommerziellen Nutzen erst noch beweisen. Just in den Niederlanden muss das Filialnetz derzeit restrukturiert und den jüngsten Änderungen der Rückerstattungsbedingungen angepasst werden, was das Wachstum negativ beeinflusst habe. Auch in Deutschland ist von einer «eher verhaltenen» Entwicklung im Handel die Rede. Vom Konzernumsatz von über 2,6 Milliarden Franken stammen 37 Prozent von den 3500 eigenen Retailgeschäften. Mit einem geplanten Wachstum von 6 bis 8 Prozent im Jahr soll dieser Anteil weiterwachsen. Akquisitionen bleiben ein fester Bestandteil der Wachstumsstrategie. Dass Sonova mehr im Handel expandieren will, hat gute Gründe. Hier liegen noch weit höhere Margen drin als in der Produktion. Zudem spielen sich Veränderungen in den Verkaufskanälen ab. Die unabhängigen Hörspezialisten werden zunehmend von grossen Handelsketten bedrängt. Dieser Trend ist in den USA besonders augenfällig, wo Sonova im Berichtsjahr auch einen Umsatzrückgang um 1,8 Prozent hinnehmen musste.

Der potenzielle weltweite Hörgerätemarkt ist mit 700 Millionen Menschen zwar riesig, daneben wirkt der reale Markt mit seinen jährlich rund 16 Milliarden Dollar Umsatz aber geradezu winzig. In diesem Spannungsfeld ist eine ausbalancierte Strategie von Wachstum und Ertrag ein wichtiges Erfolgselement für die Hörgerätehersteller.

Grosser Zusammenschluss angekündigt

Sonova kann diesbezüglich eine reife Leistung vorweisen und krönt diese heuer mit einer abermaligen Erhöhung der Dividende von 2,3 auf 2,6 Franken pro Titel. Dem Marktführer könnte die Konkurrenz freilich bald stärker zu Leibe rücken. Erst vor ein paar Tagen hat der schwedische Finanzinvestor EQT den Zusammenschluss der früheren Siemens-Sparte Sivantos mit dem dänischen Mitbewerber Widex angekündigt. Aus der Kombination könnte der neue Marktführer mit einem Marktanteil von 26 Prozent hervorgehen (Sonova 25 Prozent) – vorausgesetzt, die Kartellbehörden haben keine Einwände.

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