Sonnenstrom im Schattenloch

Im Weiler Rosental bei Wängi, auf der Silga-Halle, befindet sich das grösste Solarkraftwerk der Ostschweiz. Und es läuft hervorragend. Trotz des verregneten Julis werden noch gut 15 Prozent mehr Strom produziert als ursprünglich anvisiert.

Christof Lampart
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Blaues Dach: Auf der Silga-Halle sind Solarzellen montiert, die Strom aus Sonnenenergie erzeugen. Langfristig ist das für die WindGate AG eine rentable Investition. (Bild: Donato Caspari)

Blaues Dach: Auf der Silga-Halle sind Solarzellen montiert, die Strom aus Sonnenenergie erzeugen. Langfristig ist das für die WindGate AG eine rentable Investition. (Bild: Donato Caspari)

Rosental. Solaranlagen liegen im Trend. Im Thurgau produziert seit Jahresanfang die Anlage in Rosental, das als Schattenloch gilt, immerhin Strom für 200 Haushalte. Die Anlage wurde von dem 2008 gegründeten, in Wallisellen beheimateten und auf nachhaltige Energietechnologie spezialisierten Ingenieurbüro WindGate konzipiert und erstellt. «Es war sozusagen unser erstes Projekt, das wir nach unserer Gründung über eine Internetplattform akquiriert hatten», erinnert sich Marco Rall, welcher damals zusammen mit seinem Geschäftspartner Luis Garabito das Unternehmen aus der Taufe hob.

2752 Module auf 3500 m²

Dass die beiden auf das Projekt in Münchwilen stiessen, verdankten sie dem Zufall. Fündig wurden sie nämlich auf der ersten Schweizer Online-Börse für erneuerbare Energien: www.e2ch.ch. Dort treffen sich Flächenanbieter, potenzielle Käufer und Hersteller. Wie zum Beispiel auch die WindGate AG auf die Familie Frei, welche das Dach der sogenannten Silga-Halle am Dorfrand von Wängi, in Rosental, zur Vermietung ausschrieb. Ein Dach von 3500 Quadratmetern Fläche. Für Rall war klar, dass «wir da was machen müssen, denn diese Grösse sei nun einmal attraktiv.» Doch so toll sich die grösste Solarstromanlage der Ostschweiz nun heute mit ihren 2752 Modulen präsentiert, so lange mussten die Jung-Generalunternehmer zuwarten, bis sie von der nationalen Netzgesellschaft, Swissgrid, grünes Licht für die Zusage zur kostendeckenden Einspeisevergütung erhielten. «Wir waren während zweier Jahre die Nummer eins auf der Swissgrid-Warteliste», erinnert sich Rall. Als dann im April 2010 endlich der positive Entscheid kam, ging es schnell. Im Aargau wurde durch Thomas Felix ein Investor gefunden, der, durch Eigen- und Fremdkapital, zwei Millionen Franken einbrachte, so dass die Anlage innert weniger Monate bis im Dezember 2010 erstellt werden konnte. Rall hat durchgerechnet, dass sich die Anlage, welche 510 Kilowatt/Peak erzeugen kann, «mehr als nur rechnet.» Allerdings braucht man dafür einen etwas langen Schnauf. Die Lebensdauer der Anlage ist auf 35 Jahre ausgelegt, der Vertrag mit der Swissgrid auf 25 Jahre angelegt. In dieser Zeit nimmt die Swissgrid dem Investor den Strom zu einem fix vereinbarten Preis ab. Und was noch besser ist: «Nach 13 bis 14 Jahren habe ich die Investitionskosten abgeschrieben», so Rall.

Rente aus Rendite

Da eine Anlage danach noch mindestens 20 Jahre halte, komme die anschliessend wieder zurückfliessende Rendite einer, so Rall, «schönen Rente» gleich. Tatsächlich sind viele Personen, welche sich heute mit einem solchen finanziellen Engagement beschäftigten, zwischen 45 und 65 Jahre alt. Dass der Strom aus erneuerbarer Energie dereinst nicht mehr gefragt sein sollte, ist nicht anzunehmen, verbrauchen doch die Schweizer jedes Jahr mehr Strom als im Jahr zuvor.

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