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Sogar Detaillisten sind gut drauf

Die positive Stimmung und der Optimismus überwiegen in der Thurgauer Wirtschaft. Das hat die neue Firmenkundenumfrage der Thurgauer Kantonalbank (TKB) ergeben.
Stefan Borkert
Mehr als ein Drittel der Industriefirmen hat die Kapazitätsauslastung gesteigert. Bild: Reto Martin

Mehr als ein Drittel der Industriefirmen hat die Kapazitätsauslastung gesteigert. Bild: Reto Martin

Mit Risiken können Thurgauer Unternehmen offensichtlich umgehen. Für nur etwa ein Viertel der Unternehmen, die an der aktuellen Firmenkundenumfrage der TKB teilgenommen haben, sind die Risiken gestiegen. Remo Lobsiger, Leiter des Bereichs Geschäftskunden bei der TKB, kommentiert: «Es liegt in der Natur der Sache, dass in einer guten Phase die positive Sichtweise überwiegt.» Die Umfrage zeige, dass die potenziellen Risiken unterschiedlich beurteilt werden. «Nicht jede Branche ist von jedem Risiko gleich betroffen.» Viele Thurgauer Unternehmen seien geübt im Umgang mit Veränderungen und meisterten diese erfolgreich.

Laut den weiteren Ergebnissen erachtet etwa die Bauwirtschaft die Korrektur am Immobilienmarkt als grosses Risiko, während im Dienstleistungssektor der sinkende Konsum am meisten Sorgen bereitet. Für die Industrie sind die internationalen Handelskonflikte, die Abschwächung der weltweiten Konjunktur sowie die Kursentwicklung des Frankens die wichtigsten Risiken.

Indikatoren für die Konjunktur positiv bewertet

Die Stimmung bezüglich der Geschäftsentwicklung bei den Firmenchefs im Thurgau präsentiert sich insgesamt als sehr positiv. An der Firmenkundenumfrage haben gegen 400 Unternehmen teilgenommen. Die Mehrheit blickt demnach auf ein gutes Geschäftsjahr 2018 zurück. Der Aufschwung setzt sich in allen Branchen durch und auch der Ausblick ist weiterhin positiv, so dass wiederum der Aufschwung nochmals an Dynamik gewonnen hat. Über sämtliche Branchen hinweg wurden die Konjunkturindikatoren besser bewertet als im Vorjahr. Umsätze und Kapazitätsauslastungen sind mehrheitlich gestiegen. «Produktinnovationen und eine noch bessere Ausschöpfung des Kerngeschäfts waren vielerorts Wachstumstreiber», sagt Lobsiger.

«Es gibt Wolken am Horizont»

Der Frankenschock vor vier Jahren sitzt den Unternehmern zwar noch in den Knochen, aber der Optimismus hat inzwischen regelrechter Aufbruchstimmung Platz gemacht. Wundert Sie das?
Remo Lobsiger: Die Umfrage zeigt den guten Zustand, in welchem sich die Thurgauer Wirtschaft befindet. Erfreulich ist, dass der Aufschwung durch alle Branchen geht, wenn natürlich auch nicht überall im gleichen Ausmass. Die positive Bewertung muss auch im Kontext der teils starken Einbrüche von 2015 gesehen werden. In den guten Jahren konnten diese wettgemacht und damit die vorhandenen Kapazitäten ausgelastet werden.

Remo Lobsiger, Leiter Firmenkunden der Thurgauer Kantonalbank. Bild: Reto Martin

Remo Lobsiger, Leiter Firmenkunden der Thurgauer Kantonalbank. Bild: Reto Martin

Die Ergebnisse widerspiegeln die Stimmungsschwankungen in der Weltwirtschaft nicht. Warum ist man im Thurgau so positiv gestimmt?
Der negative Eindruck in der breiten Öffentlichkeit ist nicht zuletzt eine Folge der hohen Kadenz, mit der Informationen auf uns niederprasseln. Jede noch so geringe «Wasserstandsänderung» wird vermeldet. Die Unternehmen aber müssen einordnen und das grosse Ganze im Blick behalten. Gerade deshalb ist die Firmenkundenumfrage so wertvoll. Sie zeigt die Einschätzung der Direktbetroffenen. Und sie zeichnet uns ein profundes Stimmungsbild aus erster Hand.

Aber der Thurgau kann sich auch nicht von der Weltwirtschaft abkoppeln.
Das stimmt. Auch der Thurgau kann sich einer weltweiten Abkühlung der Konjunktur nicht entziehen. Negative Entwicklungen schlagen sich oft mit einiger Verzögerung nieder, womit sich der Optimismus für das laufende Jahr erklären mag. Aus meiner Sicht ist aber unbestritten: Es gibt Wolken am Horizont.

Auch Zahlen belegen die anhaltende Zuversicht. Die Gesamtexporte des Kantons Thurgau legten um 1,5 Prozent zu. Bei den Industriemaschinen waren es 6,3 Prozent und die Exporte von landwirtschaftlichen Produkten stiegen um 8,7 Prozent. Gemäss Umfrage beurteilen zwei Drittel aller Industriefirmen das vergangene Geschäftsjahr als gut.

Anhaltende Zuversicht

Im Dienstleistungssektor erteilen sogar 70 Prozent die Note «gut». In der Bauwirtschaft schliessen sich 63 Prozent dieser Bewertung an. Der Umsatz ist bei 44 Prozent der Umfrageteilnehmer angestiegen. 35 Prozent melden beim Gewinn ein Plus. Personalbestand und Investitionen zeigen bei gut jedem dritten Betrieb nach oben.

In der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie) blickt jedes zweite Unternehmen auf ein gutes Geschäftsjahr zurück. Ein positives Fazit ziehen, trotz Herausforderungen durch Einkaufstourismus und Onlinehandel, auch die Gross- und Detailhändler. Im laufenden Jahr investieren die Thurgauer Unternehmen weiter und wollen ihre Kapazitäten noch besser auslasten.

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