Softbank bietet 31 Milliarden für Chipentwickler

TOKIO/LONDON. Wenige Wochen nach dem Brexit-Votum wird der britische Chipentwickler Arm Ziel einer der grössten Übernahmen in der europäischen High-Tech-Branche. Der japanische Telekomkonzern Softbank kündigte gestern an, das Unternehmen für 24 Mrd.£ zu kaufen.

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TOKIO/LONDON. Wenige Wochen nach dem Brexit-Votum wird der britische Chipentwickler Arm Ziel einer der grössten Übernahmen in der europäischen High-Tech-Branche. Der japanische Telekomkonzern Softbank kündigte gestern an, das Unternehmen für 24 Mrd.£ zu kaufen.

Für Softbank ist es der grösste Zukauf in der Konzerngeschichte. Je Anteilschein sollen die Aktionäre 17 £ in bar erhalten, was einem Aufschlag von über 40% im Vergleich zum Schlusskurs vom letzten Freitag entspricht. Der Kaufpreis liegt umgerechnet bei 31 Mrd. Franken.

Mitarbeiterzahl verdoppeln

«Wir bewundern Arm als ein weltweit bekanntes Technologieunternehmen, das in seinem Feld Marktführer ist», erklärte Softbank-Chef Masayoshi Son. Der Firmensitz von Arm soll in der Universitätsstadt Cambridge bleiben. Die Zahl der Mitarbeiter in Grossbritannien werde «mindestens verdoppelt». Der Milliardendeal erfreut auch die britische Regierung. «Nur drei Wochen nach dem Referendum wird deutlich, dass Grossbritannien nichts von seinem Reiz für internationale Investoren verloren hat», erklärte der neue Finanzminister Philip Hammond. Das Geschäft sei die bisher grösste Einzelinvestition aus Asien im Vereinigten Königreich.

Immun gegen Brexit

Die Entscheidung der Briten, dass ihr Land die EU verlassen soll, hat Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft des Landes ausgelöst. Dazu gehört auch die Befürchtung, dass sich ausländische Firmen wegen der Unsicherheit über die konkreten Folgen der Abstimmung von Grossbritannien abwenden. Der international aufgestellte Konzern Arm hatte sich bereits in den vergangenen Wochen gegen das Brexit-Votum immun gezeigt. Die Aktie legte seit dem Referendum um fast 17% zu.

In der Chipbranche ist Arm einer der wichtigsten Akteure: Technologie des Unternehmens wird in Geräten von Samsung Electronics, Apple oder Huawei Technologies eingesetzt. (rtr)