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Sodastream ist in der Schweiz beliebt, aber jetzt kommen neue Konkurrenten

Wassersprudler verkaufen sich hierzulande gut. Platzhirsch Sodastream gerät nun aber zunehmend unter Druck. Coop und Aldi setzen auf Konkurrenzprodukte.
Maurizio Minetti
Weiterhin Marktleader: Sprudelwasser aus der Sodastream-Maschine. (Bild: Dominik Wunderli)

Weiterhin Marktleader: Sprudelwasser aus der Sodastream-Maschine. (Bild: Dominik Wunderli)

Leitungswasser rein, kurzer Druck auf den CO2-Zylinder und fertig ist das hausgemachte Sprudelwasser. So funktionieren handelsübliche Wassersprudler für den Heimgebrauch. Gerade in der Schweiz, wo man unbedenklich «Hahnenburger» trinken kann, erfreuen sich solche Systeme grosser Beliebtheit.

Der Schweizer Markt ist fest in der Hand des israelischen Sprudelsystemherstellers Soda­stream. Laut Umfragen besitzt hierzulande jeder vierte Haushalt einen Sodastream-Sprudler. Die Umsätze von Sodastream Schweiz mit Hauptsitz in Hünenberg sind in den letzten Jahren jeweils zweistellig gewachsen. Auf den Erfolg des Unternehmens aufmerksam geworden ist auch der Getränkekonzern PepsiCo, der letztes Jahr Sodastream für 3,2 Milliarden US-Dollar übernommen hat.

Die Konkurrenten heissen Aarke, Mysodapop, MySoda

Doch nun gerät der Platzhirsch unter Druck. Wie der «Blick» kürzlich berichtete, hat Coop entschieden, per Anfang 2019 die auffüllbaren CO2-Zylinder von Sodastream aus dem Sortiment zu streichen und eigene kompatible Zylinder zu verkaufen. Grund: Die Sodastream-Zylinder seien im Vergleich zum Ausland zu teuer (siehe letzter Abschnitt). Nun bezieht Coop alternative Zylinder vom jungen finnischen Unternehmen MySoda Oy und lässt sie in Deutschland befüllen, wie eine Sprecherin auf Anfrage bestätigt. Die Maschinen selbst verkauft Coop weiterhin. «Coop hat lange mit Sodastream verhandelt für bessere Konditionen. Leider ohne Erfolg», sagt die Coop-Sprecherin. Neu ist auch, dass seit September die Coop-Tochter Fust Wassersprudler der ebenfalls jungen schwedischen Marke Aarke als Alternative zum Sodastream-Sprudler verkauft.

Aarke ist nur einer der neuen Sodastream-Konkurrenten. Ein anderer ist Mysodapop aus Wien. Erst im Sommer 2017 eingeführt, planen die Österreicher nun bereits den Schweizer Markteintritt. General Manager Roland Herrmann bestätigt auf Anfrage: «Wir stehen mit verschiedenen Handelspartnern in intensiven Verhandlungen. Ab Sommer 2019 werden wir Mysodapop in der Schweiz lancieren.» Namen will Herrmann noch keine nennen. Dem Vernehmen nach steht Mysodapop hinter der Marke «Sodastar», die der Discounter Aldi registriert hat. Ein Aldi-Sprecher bestätigt lediglich, dass die Hofer-Gruppe, zu der Aldi Suisse gehört, die Eigenmarke «Sodastar» auch in der Schweiz registriert habe. Wer hinter der Marke steht und ab wann diese Sprudelgeräte zu welchem Preis hierzulande erhältlich sein werden, sagt Aldi nicht.

Bei Tests an vorderster Stelle

Roland Herrmann sagt, Mysodapop habe im Vergleich zu Soda­stream grössere Glasflaschen mit mehr Volumen, sei günstiger, kompakter und biete eine grössere Vielfalt beim Design. Und was sagt Sodastream? Der Hersteller liess entsprechende Fragen über einen Zeitraum von zehn Tagen unbeantwortet. Dafür sind die Händler gesprächiger. Diverse Sodastream-Händler, wie etwa Manor, zeigen sich auf Anfrage nach wie vor zufrieden mit dem System. Die Migros verkauft Sodastream-Produkte im Supermarkt und in den Fachmärkten Melectronics und Do it. «Wir werden weiterhin mit Sodastream zusammenarbeiten und auch Zylinder von Sodastream entgegennehmen und gegen volle austauschen. So können wir für Qualität und Sicherheit bei der Verwendung von Sodastream-Produkten weiterhin garantieren», sagt ein Migros-Sprecher. Alternative oder eigene Produkte plane man nicht.

Die Migros-Onlinetochter Galaxus verkauft neben den neuen Marken Aarke und Mysodapop nach wie vor Sodastream-Produkte. «Wassersprudler sind sehr beliebt und die Verkaufszahlen zeigten letztes Jahr steil nach oben», sagt ein Sprecher und ergänzt: «Sodastream ist bei unseren Kunden die klar favorisierte Marke.»

Unabhängige Tests bestätigen die Beliebtheit von Sodastream bei der Kundschaft: Das Konsumentenmagazin «Saldo» hat im Oktober acht Trinkwassersprudler testen lassen. Die vordersten drei Plätze nehmen drei Geräte von Sodastream ein.

So funktioniert das Sodastream-System

Sodastream-Geräte kosten je nach Ausführung zwischen 50 und 200 Franken. Im Lieferumfang enthalten ist ein Zylinder, der das Wasser mit Kohlensäure versetzt. Ein neuer Zylinder für 60 Liter kostet um die 50 Franken. Im Preis inbegriffen ist eine Art Miete, bei der jährlich ein gewisser Betrag abgezogen wird. Der Tausch eines leeren Zylinders mit einem vollen kostet rund 18 Franken. In Deutschland kostet der gefüllte Gaszylinder umgerechnet maximal 9 Franken. Auf den Preisunterschied angesprochen, verweist Sodastream gegenüber Konsumentenmagazinen auf strengere Schweizer Richtlinien. Coop verlangt für die Füllung der eigenen 60-Liter-Zylinder knapp 15 Franken, bei den 130-Liter-Zylindern sind es bei Coop 25 und bei Sodastream 30 Franken. Das Depot bei Coop kostet zehn Franken. Wer einen Sodastream-Zylinder zurückgeben möchte, etwa weil er das System nicht mehr braucht, muss ihn zusammen mit dem Benutzerzertifikat direkt an Sodastream schicken. Die Händler nehmen keine Zylinder zurück. (mim)

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