SOB und Gewerkschaften werden sich nicht einig

Die Lohnverhandlungen für 2016 zwischen der Südostbahn (SOB) und den Gewerkschaften sind gescheitert. Die Gewerkschaften hätten die Verhandlungen nach der vierten Runde abgebrochen und die Friedenspflicht aufgehoben, teilte die SOB mit.

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Die Gewerkschaften fordern mehr, als die SOB eingestehen will: Jetzt sind die Verhandlungen abgebrochen worden. (Bild: Urs Bucher/Archiv)

Die Gewerkschaften fordern mehr, als die SOB eingestehen will: Jetzt sind die Verhandlungen abgebrochen worden. (Bild: Urs Bucher/Archiv)

Über eine Anpassung des Gesamtarbeitsvertrags (GAV) konnten sich die SOB und die Gewerkschaften SEV, VSLF und transfair einigen, wie die SOB am Mittwoch mitteilte. Uneins sei man sich aber bei den Lohnbegehren für 2016 und der Einführung eines neuen Lohnsystems.

"Mt Bedauern"
Die Gewerkschaften hätten die Verhandlungen abgebrochen und seien derzeit nicht bereit zu weiteren Gesprächen über das neue Lohnsystem, so die SOB. Mit Bedauern nehme die SOB zur Kenntnis, dass die Gewerkschaften mit Massnahmen drohten, welche auch die Kunden der SOB treffen könnten.

Die SOB wollte gemäss Communiqué für 2016 die Lohnsumme um ein Prozent erhöhen und «in Form der vollständigen Kompensation der im Jahr 2016 zusätzlich anfallenden Pensionskassenbeiträge im Umfang von 0,7 Lohnprozenten an die Mitarbeitenden weitergeben». Dieses Angebot und die Vorstellungen der Sozialpartner hätten beträchtlich divergiert.

SEV: Einbusse beim Nettolohn
Laut dem Regionalsekretär der Gewerkschaft SEV, Felix Birchler, hätten die Vorschläge der SOB den Lokführern und dem Zugspersonal zwar Lohnanstiege gebracht. Für das übrigen Personal hätte wegen zusätzlichen Pensionskassen-Abzügen aber ein Nettolohnverlust von 30 bis 70 Franken monatlich resultiert.
Damit seien die Gewerkschaften nicht einverstanden. Nach dem Scheitern der Verhandlungen erwägen sie beispielsweise Protestaktionen, wie Birchler auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Ein Streik sei kein Thema.

Die SOB begründet ihre Haltung mit der wirtschaftlichen Situation: Die Besteller des regionalen Personenverkehrs würden die Abgeltungen für 2016 um 2,5 Prozent reduzieren. Zudem schöpften sie alle zusätzlichen Tarifeinnahmen ab. Zusatzkosten verursachten auch die Pensionskasse und die Lokführer-Ausbildung. (sda)