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3a: So rentabel sind Vorsorgefonds

Wer vor zwölf Jahren begann, in die dritte Säule a einzuzahlen, konnte bis zum vergangenen August eine Rendite von bis zu 49 Prozent verbuchen. Als Sahnehäubchen kommen die Steuerersparnisse hinzu.
Rainer Rickenbach
Wer früh sät, wird später viel ernten. Das gilt auch bei Vorsorgefonds der Säule 3a. Bild: Getty

Wer früh sät, wird später viel ernten. Das gilt auch bei Vorsorgefonds der Säule 3a. Bild: Getty

Am besten schneidet das Swisscanto-Vorsorgeprodukt ab. Die Besitzer von «BVG 3 Portfolio 45» erzielten in der Zeit vom 1. Januar 2006 bis Ende August dieses Jahres eine Rendite von stolzen 49 Prozent. Die Swisscanto-Fonds stammen von der Zürcher Kantonalbank, die meisten ihrer Angebote für die dritte Säule bieten auch die Kantonalbanken ausserhalb Zürichs an. Mit ein Grund für das Spitzenergebnis dürften die mit 0,68 Prozent vergleichsweise tiefen ausgewiesenen Jahresgebühren sein.

Doch auch die drei weiteren grossen Banken schneiden gut ab (siehe Grafik). Raiffeisen ist Swisscanto dicht auf den Fersen. Die erfolgreichsten 3a-Vorsorgeangebote von Credit Suisse (CS) und UBS bringen es mit einer Performance von 40,7 und 36,2 Prozent ebenfalls auf eine beachtliche Wertvermehrung. Deutlich höher sind bei diesen drei Banken indes die ausgewiesenen Gebühren, sie bewegen sich zwischen 1,1 (Raiffeisen) und 1,58 Prozent (UBS). Der Gebührenvergleich mit den Swisscanto-Vorsorgefonds hinkt freilich: Bezieht ein Sparer eines ihrer Produkte über eine Kantonalbank, können zusätzliche Abgaben anfallen.

Aktien bringen zurzeit die beste Rendite

Gemeinsam ist den erfolgreichsten Vorsorgefonds der vier Banken der hohe Aktienanteil. Er liegt bei plus/minus 45 Prozent. Da bei der Altersvorsorge langfristig gespart wird, sind die Finanzmärkte in Zeiten des historischen Tiefzinsumfeldes der tauglichste Weg, das Sparvermögen zu vermehren. Er setzt indes einen langen Schnauf voraus und ist nichts für Überängstliche. Die Finanzkrise 2007/2008 etwa verursachte bei der Wertentwicklung eine heftige Delle (siehe Grafik). Wer sich davon aber nicht beeindrucken liess, hatte den Verlust etwa vier Jahre später wettgemacht und seither gut hinzuverdient. Die weiteren grösseren Anlagekategorien der vier Fonds sind Obligationen und Immobilienanlagen. Nur: Was tun, wenn eine Börsenbaisse wie vor zehn Jahren mit dem Beginn des Rentnerlebens zusammenfällt? Wenn zum Beispiel der 3a-Fonds einer 64-jährigen Frau mit 15 Prozent im Minus liegt und sie das Vorsorgevermögen beziehen muss?

Günstige Lösungen bieten in dieser misslichen Situation die UBS, Credit Suisse und die Zürcher Kantonalbank an. «Vorsorgesparer können bei Erreichen des Pensionsalter ihren Fonds kostenlos in ein Wertschriftendepot übertragen lassen», sagt Nils Aggett, Leiter Pension Services bei der UBS. Konkret bedeutet das für die 64-jährige Neurentnerin: Sie kann ihr Vorsorgevermögen noch etwas bei der Bank lassen, bis eine Börsengegenbewegung es wieder wertvoller macht. Bei Raiffeisen besteht diese Möglichkeit auch, ist jedoch mit Gebührenkosten verbunden.

Nebst der Rendite gibt es Steuerersparnisse

Für dieses Jahr kann ein angestellter Vorsorgesparer maximal 6768 Franken steuerfrei einzahlen. Schon bei der Einzahlung lassen sich Steuern sparen. Je höher das Steuerniveau am Wohnort, desto grösser die Steuerersparnis. Ein alleinstehender Stadtluzerner mit einem steuerbaren Einkommen von 70 000 Franken etwa zahlt über 1200 Franken weniger Einkommensteuern, wenn er den Maximalbetrag in der Steuererklärung abzieht. In Zug fällt die Ersparnis mit rund 800 Franken tiefer aus, weil das Steuerregime dort ohnehin mild ist. Auch jüngere Sparer, die sich die 6768 Franken nicht leisten können, kommen in Luzern mit der Hälfte des Maximalbetrages immer noch auf mehrere hundert Franken tiefere Steuern.

Ein zweites Mal lässt sich mit der dritten Säule dem Fiskus bei der Auszahlung ein Schnippchen schlagen. Denn beim Rentenantritt muss das gesparte Geld nicht wie Einkommen, sondern kann zu einem reduzierten Steuersatz versteuert werden. Dieser ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich hoch, bewegt sich aber meistens bis zu 10 Prozent.

Tipps: Früh einzahlen, staffeln, Risiken minimieren

Junge Sparer: «Es gilt: Je früher junge Leute beginnen, mit 3a-Lösungen zu sparen, desto besser. Ein Dauerauftrag ist dabei hilfreich», sagt Christine Schmid, Leiterin Investment Solutions bei der Credit Suisse. Die Jungen profitieren wegen der langen Sparzeit am meisten vom Zinseszins und werden wegen des demografischen Wandels von der AHV und den Pensionskassen im Alter wohl nicht viel zu erwarten haben. Doch die Rente ist für sie noch weit weg, und oft fehlt ihnen auch das nötige Geld für das Alterssparen. Die Migros Bank hat bei einer breit angelegten Umfrage festgestellt, dass die 3a-Beiträge der 30- bis 44-Jährigen im Vergleich zu den älteren Berufstätigen seit 2010 sogar abgenommen haben.

Staffelung: Es empfiehlt sich, das 3a-Sparvermögen aus steuerlichen Gründen auf mehrere Fonds zu verteilen. «Hier gilt als Faustregel, bei 50 000 Franken ein neues Depot zu eröffnen», sagt Dominik Chiavi, Mediensprecher von Raiffeisen. Die Besteuerung ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Die 3a-Sparguthaben werden zwar nicht auf das Einkommen geschlagen. Doch wer sich gleichzeitig BVG-Gelder auszahlen lässt, dem droht schnell ein höherer Steuertarif, weil Bezüge von zweiter und dritter Säule zusammengezählt werden. Vor allem doppelverdienende Ehepaare sollten darum die Bezüge gut planen.

Risiko: Junge Sparer mit einem langen Anlagehorizont fahren mit einem hohen Aktienanteil am besten. Ältere Sparer aber sollten das Risiko Schritt um Schritt minimieren. Es ist kein Problem, die Banken zu beauftragen, zum Beispiel den Aktienanteil herunterzufahren. «Grundsätzlich nimmt die Risikofähigkeit mit zunehmendem Alter ab. Gleichwohl kann bei einem Anlagehorizont von mindestens zehn Jahren auch für einen 50-jährigen Neusparer ein Aktienanteil von 75 Prozent empfehlenswert sein», sagt René Buchs, Leiter Produktmanagement Vorsorge bei der Zürcher Kantonalbank.

ETF: Bei diesen Fonds fallen geringe Gebühren an, weil sie von den Banken nicht aktiv bewirtschaftet werden. «Indexprodukte werden für 3a verwendet, was sehr effizient ist. Viele der aktiv verwalteten Produkte der CS schlagen bei der Rendite trotz aller Kosten die passiven Produkte», sagt Christine Schmid von der CS. (rr)

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