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Kolumne

So investiert man nachhaltig

Wachstum heisst noch lange nicht, dass es qualitativ auch erwünscht ist.
Maurice Pedergnana*

Während in diesen Tagen die Jahresversammlung der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds stattfindet, werden Sorgen um das Wachstum der Weltwirtschaft verbreitet. Dabei steht das Denken und Messen des «Sozialprodukts» im Vordergrund, unabhängig davon, wie es zustande kommt. Es wird die Rede davon sein, wie wir mit monetären, fiskal- und wirtschaftspolitischen Massnahmen wieder zu höheren Wachstumsraten zurückkehren können. Dabei wird im konventionellen Sinne gedacht – «mehr» ist immer besser, egal wie.

Immer mehr Menschen machen sich allerdings Sorgen, wie ein höheres Sozialprodukt generiert wird. Wachstum heisst noch lange nicht, dass es qualitativ auch erwünscht ist. Wenn mit Elektrovelos wieder mehr und gravierendere Verkehrsunfälle passieren, sorgt dies für eine Belebung des Umsatzes in Arztpraxen und Spitälern. Wenn in Brasilien in rekordhohem Tempo einmalige Flächenrodungen erfolgen und mehr Tropenholz «geerntet» wird, steigert dies ebenfalls das Sozialprodukt.

Deshalb nimmt in der Geldanlage die Sensibilität für dieses Thema zu. Es wird mit dem Begriff Nachhaltigkeit zusammengefasst. Wichtig ist, dass sich die Finanzbranche mit diesem Thema ernsthaft aus­einandersetzt. Während das Banksparen auf viele Jahre hinaus zinslos bleiben wird, eröffnen sich für das Wertpapiersparen neue Möglichkeiten. Weil man mit klugem Anlegen in Aktien und Anleihen nicht nur stattliche Renditen erzielen, sondern auch das Geld in eine nachhaltige Richtung lenken kann.

Was sind denn nachhaltige Anlagen? Mit nachhaltigen Anlagen kann man gezielt Einfluss ausüben und Unternehmen fördern, die einen positiven Einfluss auf die Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt ausüben.

Mit der Geldanlage kann man einen aktiven Beitrag leisten, damit jene Unternehmen und Länder gefördert werden, welche sich verantwortungsvoll verhalten.

Bei Aktienanlagen kann dies beispielsweise durch Ausschlusskriterien erfolgen – zum Beispiel von Unternehmen und Ländern, die gegen das Kyoto-Protokoll verstossen. Und es kann in der jeweiligen Branche nach dem «Klassenbesten» gesucht werden. Jede Taxonomie und jedes Rating muss letztlich jedoch dafür sorgen, dass im Anlageprodukt auch wirklich drin ist, was draufsteht.

Verantwortungsvolle Dienstleister sorgen dafür schon heute. Vieles spricht zudem dafür, dass nachhaltige Anlagen weder renditeärmer noch risikoreicher sind. Vielleicht ist es sogar eine Nuance umgekehrt. Auch Unternehmen reagieren auf die Nachfrage nach nachhaltigen Anlagen. Eine Innovation gab es kürzlich auf dem Anleihenmarkt. Europas grösster Energieinfrastruktur-Versorger Enel hat eine Anleihe emittiert, deren Zins nach zwei Jahren erhöht wird, wenn das ambitiöse grüne Versprechen nicht erreicht würde. In diesem konkreten Fall geht es um die angepeilte Erhöhung der Energieversorgungskapazität auf 55 Prozent mittels erneuerbaren Energien. Die Nachfrage nach dieser Anleihe war riesig.

Solche Beispiele machen Mut. Sie zwingen die Sparenden zum Handeln. Natürlich kann man über alles hinwegblicken und sich generell nicht dafür interessieren, woher die Rendite aus dem Wertpapiersparen stammt. Vielleicht aus brasilianischem Tropenholz, vielleicht aber auch aus einem nachhaltigen, verantwortungsvollen Wirtschaften. Letzteres kann man als Kunde auch einfordern. Fragen Sie doch mal bei Ihrem nächsten Bankbesuch nach!

*Maurice Pedergnana ist Professor für Banking und Finance an der Hochschule Luzern und Studienleiter am Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ).

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