SNB gegen die Weltwirtschaft

Bis vor kurzem hatte man hoffen dürfen, dass die Schweizer Wirtschaft dieses Jahr mit einer relativ milden Rezession davonkommt.

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Bis vor kurzem hatte man hoffen dürfen, dass die Schweizer Wirtschaft dieses Jahr mit einer relativ milden Rezession davonkommt. Nun aber verdüstert sich der Ausblick rasch: So haben jüngst IWF, Credit Suisse und BAK ihre Prognosen für die Entwicklung der Schweizer Wirtschaft 2009 auf minus 2 Prozent und mehr drastisch reduziert. Die Arbeitslosigkeit steigt schneller als erwartet, der Industrie brechen die Aufträge massiver weg als befürchtet.

Jetzt malt die Schweizerische Nationalbank (SNB) mit ihrer Prognose von minus 2,5 bis 3 Prozent noch schwärzer. Angesichts dieser Erwartung und der fallenden Inflation schiesst die SNB aus allen geldpolitischen Rohren. Und weil ihre zinspolitische Munition zur Neige geht, greift sie auch auf den Kapital- und Devisenmärkten zu den Waffen, indem sie Anleihen und Fremdwährungen aufkauft.

Das zeigt, wie dramatisch die SNB die Lage einschätzt. Fraglich bleibt die Wirkung ihres Trommelfeuers. Dass das Geld derzeit zu teuer sei, kann niemand behaupten. Vielmehr ist das Problem, dass Konsumenten es sparen und Firmen wegen einbrechender Nachfrage Investitionen aufschieben. Dagegen können noch tiefere Zinsen nichts ausrichten. Jedoch baut die SNB mit ihrer Politik des billigsten Geldes ein Inflationspotenzial auf, dessen Bewältigung sie fordern wird, sobald die Wirtschaft wieder auf Touren kommt. Abzuwarten bleibt auch, ob die SNB die Aufwertung des Frankens nachhaltig umkehren kann.

Die tapfere kleine SNB kämpft nach Kräften. Nur hat sie als Gegner die gesamte Weltwirtschaft gegen sich. Thomas Griesser Kym

th.griesser@tagblatt.ch

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