Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SNB bewahrt Überraschungen auf

Börsenspiegel
Alessandro Bee, Ökonom, UBS Chief Investment Office Wealth Management

Die Schweizer Geldpolitik wurde in den letzten Jahren stark von den Entwicklungen in der Eurozone geprägt. Nun zeichnet sich jedoch eine Wende in der globalen Geldpolitik ab. In den USA ist die Normalisierung des Zinsniveaus bereits fortgeschritten, die US-Notenbank hat an ihrer Dezember-Sitzung eine weitere Zinserhöhung auf 1,5 Prozent beschlossen.

Wie sich das Umfeld entwickelt

Die Europäische Zentralbank (EZB) ihrerseits hat an ihrer letzten Sitzung bekräftigt, im kommenden September ihr Anleihenankaufprogramm einzustellen, falls sich die Inflationsentwicklung weiter gemäss ihren Erwartungen entwickelt. Die Aussicht auf ein Ende des Anleihenankaufprogramms zusammen mit der Wahl von Emmanuel Macron zum französischen Präsidenten haben in den letzten sechs Monaten zu einer starken Abwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro geführt.

Damit hat sich auch die Überbewertung des Frankens deutlich reduziert. Während sie gemessen an der Kaufkraftparität zwischen Euro und Franken im ersten Quartal noch 12 Prozent betrug, reduzierte sich die Überbewertung im dritten Quartal auf 6 Prozent und heute auf 3 Prozent.

Die Abschwächung des Frankens gibt auch der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zusätzliche Möglichkeiten, ihren geldpolitischen Stimulus zu reduzieren. Für eine Zinserhöhung spricht, dass die SNB damit die finanzielle Belastung des Finanzsystems vermindern kann. Für einen Abbau der hohen Bilanzsumme spricht das Risiko, dass grosse Bewegungen in Währungen, Aktien oder Anleihen die Eigenkapitalposition der SNB ausradieren können.

Wann ein Zinsschritt der SNB erfolgen dürfte

Weil die hohe Bilanzsumme lediglich ein langfristiges Risiko darstellt, dürfte die SNB in den nächsten Jahren den Spielraum für eine Normalisierung des Zinsniveaus nutzen. Damit die SNB eine Zinserhöhung im nächsten Jahr tatsächlich vornimmt, muss sich die Schweizer Wirtschaft vollständig vom Frankenschock erholt haben. Dank dem Rückenwind einer robusten Euro-Konjunktur und dem schwächeren Franken dürfte sich die Schweizer Wirtschaft in den kommenden Quartalen beleben. Für eine Zinserhöhung muss sich zusätzlich die Abwertung des Frankens als nachhaltig erweisen. Das ist nur gewährleistet, wenn das EZB-Anleihenankaufprogramm zu Ende geht, also frühestens im nächsten September. Damit dürfte die SNB erst gegen Ende 2018 einen ersten Zinsschritt beschliessen.

Alessandro Bee, Ökonom, UBS Chief Investment Office Wealth Management

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.