Smartwatch verunsichert die Uhrenbauer

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Uhrenindustrie Die Schweizer Uhrenindustrie sucht nach wie vor einen Umgang mit der Smartwatch. Das Thema ist denn auch dieses Jahr eines der dominierenden Themen an der Uhren- und Schmuckmesse Baselworld. Für Jean-Daniel Pasche, den Präsidenten des Schweizer Uhrenindustrieverbandes FH, kommen die Uhrenproduzenten zwar nicht um das Thema herum. Gleichzeitig gebe es jedoch keinen Anlass für einen übersteigerten Aktivismus: «Die Branche nimmt das Phänomen ernst, sie bleibt aber auch gelassen.»

Lösungen lieber kaufen statt selbst entwickeln

Ein Beispiel dafür ist die jurassische Uhrenmarke Maurice La­croix. «Wir haben nicht die Mittel, um eine Smartwatch selbst zu entwickeln», sagt Lacroix-Chef Stéphane Waser. Darum warte man ab, bis andere Unternehmen eine Lösung gefunden hätten, die man allenfalls kaufen könne. Solche Unternehmen gibt es. Sie heissen Victorinox, Movado, Mondaine oder TAG Heuer.

Für Jean-Claude Biver, der Verantwortliche der Uhrensparte der LVMH-Gruppe, hängt es von der Positionierung der Marke ab, ob die Entwicklung einer Smartwatch Sinn macht. «Für Zenith oder Hublot ist das sicher kein Markt.» Für TAG Heuer schon, weil die Kundschaft dieser Marke sehr wohl ein solches Angebot wünsche. Der Uhrenkonzern Swatch zum Beispiel arbeitet mit dem Zentrum für Elektronik und Mikrotechnik in Neuenburg zusammen, um eine Eigenentwicklung voranzutreiben.

Der Verantwortliche der Edelmarken Blancpain, Breguet und Jaquet Droz sieht keine grosse Zukunft für die Smartwatch, wie sie sich zurzeit präsentiert. «Die Industrie muss etwas entwickeln, aber sicher kein Mini-Handy.» Die Verantwortlichen von Certina sehen die Zukunft ihrer Marke ganz woanders. «Wir konzentrieren uns auf mechanische Uhren und Quarzuhren», sagt Certina-Chef Adrian Bosshard. Die elektronischen Spielereien überlasse man dagegen den Anderen. (sda)