Sinkende Preise in einem Ausnahmejahr

Erstmals seit 50 Jahren sind die Preise in der Schweiz letztes Jahr wieder gesunken. Das dürfte sich so schnell kaum wiederholen.

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Bern. Die negative Jahresteuerung 2009 ist ein seltenes Ereignis. Zuletzt gab es das 1959. Doch ist der letztjährige Rückgang des Preisniveaus um 0,5%, wie vom Bundesamt für Statistik (BFS) gestern vermeldet, bei einer Gesamtschau der Konjunkturentwicklung nur folgerichtig. Hauptverantwortlich für das Minus waren die weltweit schwächer nachgefragten Erdölprodukte, was die Preise für Treibstoffe und Heizöl senkte. Deutlich günstiger wurden auch Bekleidung und Schuhe.

Zurück zum Courant normal

Dieses Jahr geht es kaum mit rückläufigen Preisen weiter. Nach neun Monaten Minusteuerung und einer Null im November zogen im Dezember die Preise im Vorjahresvergleich erstmals wieder an, um 0,3%. Für 2010 rechnet das BFS mit einer Jahresteuerung von 0,8%. Die ETH-Konjunkturforschung KOF geht von 0,6% aus, die Nationalbank von 0,5%. Ausgeklammert aus den Berechnungen des BFS bleiben die stetig steigenden Krankenkassenprämien. Und die sind zu einem der markantesten Preistreiber geworden.

Deflation wohl vom Tisch

Oft war in den letzten Monaten auch von der Gefahr einer Deflation die Rede, also von über längere Zeit sinkenden Preisen auf breiter Front, weil Konsumenten Käufe in der Hoffnung auf immer tiefere Preise aufschieben. Das könnte in eine desaströse Abwärtsspirale münden, auch bei Löhnen und Firmeninvestitionen. Davon aber ist die Schweiz laut einhelliger Ansicht von Ökonomen weit entfernt.

Das BFS stützt diese Meinung: Die Kerninflation, die saisonale Effekte, Energie und Nahrungsmittel ausklammert, ist 2009 stets im Plus geblieben, im Jahresschnitt bei 0,9%. (hb)

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