SFS wächst und prüft Umfeld

Die Rheintaler SFS Group hat ihren Umsatz letztes Jahr solide ausgebaut. Wegen der Wechselkurse geht nun aber auch sie über die Bücher.

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HEERBRUGG. Die Befestigungs- und Komponentenherstellerin SFS Group hat im Geschäftsjahr 2014 insgesamt 1,383 Mrd. Fr. umgesetzt, 3,9% mehr als im Vorjahr. Unter Ausklammerung der Veränderungen im Konsolidierungskreis, der Wechselkurse und der Umsätze aus den nicht zum Kerngeschäft zählenden Handelsaktivitäten resultierte ein organisches Wachstum von 5,1%. Alle drei Segmente haben zu diesem Wachstum im Kerngeschäft beigetragen, hiess es.

Einfluss auf Umsatz erwartet

Auch bei der SFS war neben den Umsatzzahlen gestern der Wegfall des Euro-Mindestkurses ein Thema. Mit dem Ausbau der internationalen Präsenz sowie der in den letzten Jahren getätigten Akquisitionen wurde das Ungleichgewicht zwischen Erträgen in verschiedenen Fremdwährungen und Kosten in Schweizer Franken deutlich reduziert, hält SFS fest. Dennoch habe die starke Aufwertung des Frankens erhebliche Auswirkungen auf die zukünftigen Umsätze und Betriebsergebnisse der SFS Group gemessen in Franken. Basierend auf den Abschlusszahlen 2014 hätte eine Simulation mit einem Franken-Kursniveau von 1.10 zum Euro respektive 0.90 zum Dollar den Umsatz 2014 bei sonst gleichbleibenden Bedingungen um rund 120 Mio. Fr. reduziert.

Nochmals unter der Lupe

Bereits im Vorjahr implementierte Verbesserungsmassnahmen werden im laufenden Geschäftsjahr wirksam und dazu beitragen, den währungsbedingten Rückgang der Betriebsgewinn-Marge abzufedern, wie SFS erklärt. Mit welchen Veränderungen ist bei der SFS nun allgemein zu rechnen? Die Know-how-Kompetenz in der Schweiz bleibt erhalten, wie SFS-Sprecher Claude Stadler auf Anfrage betont. Zu den konkreten Massnahmen nach dem Wegfall der Euro-Mindestgrenze zähle ein Einstellungsstop in der Schweiz, zudem werde das Investitionsbudget nochmals unter die Lupe genommen und nicht in eine Erweiterung der Produktionsstandorte in der Schweiz investiert.

Rascher als geplant

Es besteht die Absicht, dass arbeitsintensive Aktivitäten mit beschränktem Know-how und Technologiegehalt rascher als bisher geplant in eigene Werke ausserhalb der Schweiz verlagert und Sortimente vereinzelt fremd beschafft werden, erklärt SFS. Konkrete Massnahmen wurden aber noch nicht beschlossen. Ein Schritt, der grundsätzlich bereits vor dem Fall des Euro-Mindestkurses angedacht wurde. Denn in Heerbrugg steigt der Platzbedarf wegen des guten Wachstums insbesondere des Automotive-Bereichs. SFS will sich dabei laut Stadler am Grundsatz orientieren: «Wir verlagern Arbeit, aber keine Arbeitsplätze.» (T. F.)