SFS rechnet mit Erholung

Im 1. Halbjahr 2015 konnte die SFS Group den Umsatz etwas ausbauen. Die Währungswirren drückten aber heftig auf die Gewinnmarge. Im 2. Halbjahr soll sich die Lage aufhellen.

Thorsten Fischer
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Anspruchsvolle Präzisionsformteile werden bei der SFS Group während der Fertigung überprüft. (Bild: pd)

Anspruchsvolle Präzisionsformteile werden bei der SFS Group während der Fertigung überprüft. (Bild: pd)

HEERBRUGG. Schon beim Umsatz der vergangenen sechs Monate zeigt sich, dass der starke Franken Gegenwind verursacht. Zwar steigerte der Bauzulieferer und Hersteller von Befestigungstechnik SFS die Verkäufe um 4% auf 645,2 Mio. Franken. Zuvor hatten die ungünstigen Wechselkurse aber bereits –35,8 Mio. Fr. des Umsatzes weggeschmolzen. Dieser negative Effekt tritt in den Gewinnzahlen noch deutlicher zu Tage: Sie gingen zweistellig zurück (siehe Tabelle).

Schwung bei Electronics

Da fallen Umsatzsprünge wie jener in der SFS-Division Electronics umso mehr auf. Positiv bemerkbar machte sich hier der Smartphone-Boom. Bekanntlich produziert SFS in seinem Werk in Asien auch verschiedene Präzisionskomponenten für das iPhone6 von Apple. Das trieb den Umsatz in dieser Division an. Dass der Zuwachs im Vergleich zur Vorjahresperiode so deutlich ausfällt, liegt an einem Effekt, der in der Technologiebranche üblich ist, wie SFS-Finanzchef Rolf Frei erklärt.

Erscheint ein neues Produkt, sinken im Vorfeld die Verkäufe des Vorgängermodells. Auch für dieses war SFS Zulieferer – und setzte damals entsprechend weniger Komponenten ab. «Die positiven Verkaufseffekte aus dem aktuellen Modell dürften für SFS nun noch einige Zeit im Divisionsumsatz spürbar sein», sagt Frei. Anschaulich illustrieren lässt sich die herausfordernde Währungslage anhand des Beispiels SFS Unimarket, das in Handel und Logistik tätig ist. «Ab Mitte Januar, als der Franken deutlich stärker wurde, gewährten wir für die Handelsprodukte Preisnachlässe, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Artikel am Lager hatten wir allerdings noch zum alten Eurokurs von 1.20 Fr. eingekauft», sagt Frei. Inzwischen seien die Lager umgeschlagen und mit Handelsprodukten aufgefüllt, die zum Kurs von 1.05 Fr. eingekauft wurden. «Das gibt bei der Marge wieder etwas Luft.» Beim Einkauf von ausländischem Rohmaterial für die einheimische SFS-Produktion sieht die Situation hingegen anders aus: «In diesem Bereich können wir vom starken Franken nur wenig profitieren. Denn der Hauptteil der Wertschöpfung findet aufgrund der grossen Fertigungstiefe in der Schweiz statt.»

Massnahmen wirken verstärkt

Um der Frankenstärke zu begegnen, traf die SFS vor einigen Monaten Massnahmen, etwa eine höhere Arbeitszeit und eine reduzierte Vergütung des obersten Kaders. «Die Mitarbeitenden tragen die Massnahmen solidarisch und engagiert mit, wofür wir dankbar sind», unterstreicht Frei. Der Effekt der tieferen Kosten wird sich, kombiniert mit dem erwarteten höheren Marktertrag, laut dem Finanzchef im 2. Halbjahr noch stärker positiv auswirken. Auch saisonale Effekte – in der zweiten Jahreshälfte lebt das Baugeschäft auf – helfen demnach bei der Erholung.