Schweizer Hotspots im globalen Vergleich

Die wenigen Prozentpunkte Preissteigerungen von Eigenheimen – wie derzeit in Zürich zu beobachten – sind im internationalen Vergleich kaum der Rede wert. In den globalen Hotspots hingegen sind die Wohnungspreise in den letzten Quartalen teils sprunghaft angestiegen.

Matthias Holzhey, Ökonom, UBS Chief Investment Office Wealth Management
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Die wenigen Prozentpunkte Preissteigerungen von Eigenheimen – wie derzeit in Zürich zu beobachten – sind im internationalen Vergleich kaum der Rede wert. In den globalen Hotspots hingegen sind die Wohnungspreise in den letzten Quartalen teils sprunghaft angestiegen. So verteuerte sich Wohneigentum in London um rund 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, in Stockholm um 15 Prozent und in Vancouver sogar um über 20 Prozent.

Dass in der Schweiz trotz der weltweit tiefsten Zinsen keine stärkeren Preisanstiege verzeichnet wurden, ist einerseits der funktionierenden Regulierung der Hypothekarvergabe geschuldet und andererseits eine Folge des in den letzten Jahren stark gestiegenen Angebots. Betrachtet man jedoch die vergangenen 15 Jahre, hinken die Hauspreise in Zürich und Genf diesen internationalen Städten nicht hinterher, sondern stehen mit Steigerungen von 80 Prozent in Zürich und 110 Prozent in Genf auf Augenhöhe.

Eine Eigentumswohnung in Zürich oder Genf ist auch für gut qualifizierte Arbeitskräfte oftmals unerschwinglich. Bei Quadratmeterpreisen von über 12 000 Franken und Löhnen von rund 120 000 Franken pro Jahr ist eine Wohnung mit 120 Quadratmetern Wohnfläche bei einer Belehnung von 80 Prozent nicht finanzierbar. Wer ein Eigenheim in der Stadt erwerben will, muss also oftmals mit weniger Fläche vorliebnehmen.

Doch auch hier zeigt der Vergleich mit den anderen Finanzzentren, dass die Erschwinglichkeit für die hiesige Bevölkerung noch komfortabel ist. In den Städten Zürich und Genf werden rund sechs Jahreseinkommen benötigt, um eine 60 Quadratmeter grosse Wohnung zu erwerben. In London müssen etwa 15 und in Hongkong sogar 18 Jahreseinkommen aufgewendet werden. Dies hat zur Folge, dass beispielsweise in Hongkong eine Person im Durchschnitt mit einer Wohnfläche von der Grösse dreier Tischtennisfelder auskommen muss. Solche Wohnverhältnisse sind ein schlechtes Omen für die künftige Preisentwicklung.

Denn eine tiefe Erschwinglichkeit lässt darauf schliessen, dass die Aussichten auf Wertsteigerungen tief sind und eher mit Korrekturen zu rechnen ist. Doch für Eigenheime in den Schweizer Städten scheint das Korrekturrisiko im Vergleich mit anderen Finanzzentren relativ moderat.