Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Schweizer Hotellerie verzeichnet Top-Wintersaison – die vier wichtigsten Punkte zur Einordnung

Die Schweizer Hotellerie verzeichnet ihre zweitbeste Wintersaison aller Zeiten. Der Rekord verdeckt aber grosse Unterschiede.
Niklaus Vontobel

Die klassischen Winterregionen Graubünden und Wallis haben sich zwar erholt, liegen aber weit hinter ihren besten Zeiten zurück. Die Schweizer Hotellerie wächst auch im Winter woanders – in den Städten.

Was ist neu?

Die Hotellerie in der Schweiz hat eine gute Wintersaison hinter sich. In den Monaten von November 2018 bis April 2019 kam sie auf total 16,7 Millionen Übernachtungen. Damit erlebt die Hotellerie den zweitbesten Winter ihrer Geschichte. Noch besser war es nur 2008, als noch ein Prozent mehr Übernachtungen verbucht wurden. Das zeigen die Zahlen des Bundesamts für Statistik.

Zwar sieht das Wachstum zum Vorjahr eher bescheiden aus. Die Hotellerie konnte bloss um 0,7 Prozent zulegen. Doch der Vorjahresvergleich täuscht über die rasante Erholung der letzten Jahre hinweg. Im Winter 2018 hatte die Hotellerie bereits um 5 Prozent zulegen können. Damit hat sich die Hotellerie im Winter nach vier schwierigen Jahren erholen können.

Wie erging es den Seilbahnen?

Die Hotellerie-Zahlen geben nicht wirklich wieder, wie gross der Andrang in der letzten Wintersaison tatsächlich war in den Berggebieten. Denn neben Hotelgästen kamen vor allen die Tagesgäste in grosser Zahl. Dieser Trend hin zu Tagesgästen lässt sich daran ablesen, dass die Bergbahnen im Winter noch deutlich stärker zulegen konnten.

Rund 5 Prozent mehr Gäste als im Vorjahr hatten die Schweizer Seilbahnen. Damit konnten sie nochmals deutlich zulegen, obschon der Winter davor bereits sehr gut war. Damit haben die Seilbahnen nun zwei gute Winter hinter sich. In diesen Jahren konnten sie total um rund 16 Prozent zulegen.

Zu verdanken ist diese Erholung vor allem dem Wetter. In Dezember und Januar gab es viel Schnee, im Februar reichlich Sonne. Es war eine abrupte Umkehr des Wetterglücks. Denn in den zwei Jahren davor lief wettermässig ziemlich alles falsch. Bilder von dünnen Schneespuren inmitten von sonnigem Gras schreckten die Gäste ab.

Hat der Wintertourismus damit seine Krise überstanden?

Es steht längst nicht alles zum Besten im Schweizer Wintertourismus. Zwar kam die Hotellerie wieder sehr nahe an ihr Allzeitrekord von 2008. Doch kam dies auch anders deuten. Die Schweizer Hotellerie hat elf Jahr der Stagnation hinter sich. Und dies, obschon der Tourismus weltweit Jahr für Jahr neue Rekordwerte erzielt. Für die Schweiz könnte man von einer verlorenen Dekade sprechen.

Und den verschiedenen Regionen erging es sehr unterschiedlich. Graubünden konnte nach 2016 zwar auch gehörig wachsen an Hotelübernachtungen. Doch die klassische Winterferienregion hat im letzten Winter noch immer 20 Prozent weniger Übernachtungen als im Rekordjahr 2008. Ein ähnliches Muster war im Wallis zu beobachten. Die Erholung der letzten paar Jahre konnte nicht verhindern, dass die Region noch immer 14 Prozent unter dem Wert von 2008 liegt.

Woher kommt das Wachstum?

Die klassischen Wintersport-Regionen liegen also noch immer weit zurück. Wie kommt es dann, dass die Schweizer Hotellerie insgesamt ihren zweitbesten Allzeitwert erreicht hat? Dafür muss man die Entwicklung in den Städten anschauen. Vor allem dort ist die Schweizer Winter-Hotellerie in den letzten Jahren gewachsen. Luzern und die Regionen am Vierwaldstättersee haben heute rund 13 Prozent mehr Übernachtungen als 2008. Basel legte rund 23 Prozent zu. Und die Region Zürich hatte den stärksten Anstieg mit 24 Prozent.

Der Boom im städtischen Tourismus zeigt sich also mittlerweile deutlich in der Wintersaison. Zürich ist inzwischen mit 2,6 Millionen Übernachtungen nicht mehr weit entfernt von Graubünden, das auf 2,8 Millionen Übernachtungen kommt. Im Jahr 2008 war Graubünden (3,4 Millionen) noch weit vor Zürich gelegen (2,1 Millionen). Damit hat sich auch der Wintertourismus in der Schweiz verändert.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.