Schweizer Gewinner und Verlierer

ZÜRICH. Wie in der Eurozone kennt der schwache Euro respektive starke Franken auch in der Schweiz Gewinner und Verlierer.

Thomas Griesser Kym
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ZÜRICH. Wie in der Eurozone kennt der schwache Euro respektive starke Franken auch in der Schweiz Gewinner und Verlierer. Wie der Kreditversicherer Euler Hermes schreibt, belastet der starke Franken die Profitabilität der hiesigen Exportwirtschaft und setzt diese erheblich unter Druck, weil sich ihre Waren im Ausland verteuern. «Die Papier-, Holz-, Textil- und Stahlindustrie sind die Verlierer des starken Frankens. In diesen Branchen müssen wir in der Folge mit steigenden Unternehmensinsolvenzen rechnen», sagt Mark Schulz, Risikodirektor bei Euler Hermes Schweiz. Ebenfalls unter Druck stünden die Margen von Herstellern hochwertiger Maschinen und teils in der Luxusindustrie. Deren Margen seien «aber hoch genug, so dass keine Gefahr droht, in die Verlustzone abzurutschen».

Kompensieren könnten die Schweizer Exporteure einen Teil ihrer Margeneinbusse zudem durch Zulieferer aus der Eurozone, weil deren Erzeugnisse nun billiger zu importieren sind. «Die Schweizer Exporteure haben durch ihre Zulieferer aus der Eurozone eine Art natürliche Absicherung gegen Währungsschwankungen», sagt Stefan Ruf, Chef von Euler Hermes Schweiz. Ferner könnten Schweizer Firmen ihre Abhängigkeit von der Eurozone durch Expansion in andere Märkte reduzieren. Zentral sei dabei, dass ein Freihandelsabkommen mit den USA zustande kommt. Euler Hermes weist weiter darauf hin, dass der starke Franken zusätzlichen Innovations- und Effizienzdruck erzeuge, der «längerfristig sehr gute Chancen im internationalen Wettbewerb» schaffe. Andererseits seien aber auch Verlagerungen von Teilen der Produktion ins Ausland denkbar.

Unmittelbar von der Euroschwäche profitieren laut Euler Hermes Grosshändler und Importeure, weil Einfuhren aus der Eurozone billiger werden. Davon profitieren auch die Konsumenten, da ihre Kaufkraft steigt.