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Schweizer Fitnessmarkt wächst weiter stark und steht in einem erbitterten Wettbewerb

Der Fitness-Boom in der Schweiz hält an. Angetrieben wird das starke Wachstum des Fitnessmarkts nicht zuletzt von den Detailhandelsriesen Migros und Coop. Im gesamten Land gibt es derzeit rund 1'200 Fitnesscenter, die einen geschätzten Umsatz von rund einer Milliarde Franken erwirtschaften. Beobachter sprechen von einem gnadenlosen Wettbewerb in der Branche.
Olivier Petitjean, AWP
Ein Sportcenter von Let's Go fitness in Genf. (Bild: KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi, 9. August 2018)

Ein Sportcenter von Let's Go fitness in Genf. (Bild: KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi, 9. August 2018)

"Derzeit gibt es einen erbitterten Kampf um die Kunden", sagt auch Roland Steiner, Direktor des Schweizerischen Fitness- und Gesundheitscenter Verbands (SGFV) im Gespräch mit AWP. Innerhalb der letzten drei Jahre sei die Zahl der Fitnesszentren in der Schweiz um rund 330 angestiegen.

Zurückzuführen war dies vor allem auf die Expansion der grossen Ketten wie Activ Fitness (Migros), Update Fitness (Coop) oder dem Westschweizer Marktführer Let's Go Fitness.

Trotz des schnellen Wachstums erachten Branchenbeobachter den Markt als noch bei weitem nicht gesättigt. Gemäss einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte gehört heute etwa jeder achte Schweizer einem Fitnessclub an, das sind mehr als eine Million Menschen. Mit dieser Durchdringung liegt die Schweiz zwar in der Top Fünf in Europa, bleibt aber noch immer hinter Ländern wie Grossbritannien und Deutschland zurück.

Später Einstieg von Coop

Branchenriese ist dabei die Migros mit der Kette Activ Fitness, die im vergangenen Jahr ihre Position mit dem Kauf der Silhouette-Studios noch ausgebaut hatte. Im Verlauf des Jahres 2017 hat der orange Riese die Zahl seiner Zentren in der Schweiz um 30 Prozent erhöht, derzeit sind es laut der Migros-Pressestelle "etwa 127".

Insgesamt erwirtschafteten die Fitnesszentren der Gruppe 2017 einen um 18 Prozent gestiegenen Umsatz von 240 Millionen Franken, ihr Marktanteil dürfte sich derzeit auf rund 25 Prozent belaufen.

Deutlich später ist Konkurrent Coop in die Branche eingestiegen, holt aber schnell auf. Die Gruppe hatte vor zwei Jahren Update Fitness übernommen und betreibt heute 35 Zentren, die mit günstigen Preisen werben. Die Zahl der Mitglieder hat sich im vergangenen Jahr um 20 Prozent auf 35'000 erhöht.

Auf die kleinen Betreiber entfallen schweizweit noch immer zwei Drittel der Fitnesszentren. Das Verhältnis beim Umsatz ist allerdings gerade umgekehrt. "Und die Verdrängung hält weiterhin an", sagt Steiner.

Druck auf die Margen

Entsprechend schwierig präsentiert sich die Situation für die kleinen unabhängigen Fitnesscenter. Für sie sei es sehr hart, mit der Marketingmacht der grossen Ketten mitzuhalten, bestätigt Verbandspräsident Roland Steiner. "Der Druck auf unsere Margen ist enorm."

Eine der Nischen, in denen sich die kleineren Zentren profilieren könnten, sei das Segment der Senioren, sagt Steiner. "Die über 50-jährigen werden immer zahlreicher und verstehen die Notwendigkeit, an ihrer Muskulatur und ihrer Beweglichkeit zu arbeiten". In dieser Gruppe könne man sich mit einer sorgfältigen Betreuung gegenüber den grossen Ketten profilieren, zeigt sich der SFGV-Präsident überzeugt.

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