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Wandel in der Autoindustrie: Investitionen werden riskanter

Die Autoindustrie muss wissen, wohin die Trends der Zukunft gehen. Auch viele Schweizer Zulieferfirmen stecken in dem Dilemma, erklärt Anja Schulze, Professorin für Technologie- und Innovationsmanagement an der Universität Zürich.
Daniel Zulauf
Anja Schulze. (Bild: PD)

Anja Schulze. (Bild: PD)

Frau Schulze, man sagt doch, wenn Deutschland hustet hat Europa die Grippe. Sieht das in der Automobilindustrie ähnlich aus?

Für die Schweizer Automobilzulieferer ist das Bild sicher zutreffend. Sehr viel, von dem was die Firmen hier produzieren geht in den Export und das meiste davon nach Deutschland. Dasselbe gilt aber auch für den Einkauf. Die meisten Vorprodukte, die die Schweizer Automobilzulieferer im Ausland einkaufen kommen aus Deutschland. Die Schweiz ist also sehr stark in die Wertschöpfungskette der deutschen Automobilindustrie eingebunden.

Wie geht es der deutschen Automobilindustrie derzeit?

Technologisch geht es ihr sicher gut, weil sie sich aufgrund ihrer 130-jährigen Tradition auf ein sehr grosses Know-How abstützen kann. Sie hat das technologische Wissen auch gezielt in die Entwicklung des Premium-Bereichs gelenkt und ihre Position damit gefestigt. Gleichzeitig stelle ich aber auch fest, dass die deutsche Autoindustrie relativ spät auf alternative Antriebssysteme umzuschalten beginnt. Was das für die Zukunft bedeutet vermag ich nicht zu sagen.

Ist man nervös im Blick auf den technologischen Wandel?

Man ist sich zwar weitgehend einig darüber, dass der Wandel stattfinden wird und neue Antriebssysteme die Mobilität verändern werden. Es gibt auch einen gewissen Konsens darüber, dass diese alternativen Antriebe binnen zehn Jahren etwa ein Viertel des Marktes abdecken könnten. Aber welche Antriebe sich letztlich durchsetzen werden ist noch ziemlich unklar. Investitionen sind ein grosses Risiko, wenn die Zukunft so schwer zu fassen ist.

Wie gut sind die Schweizer Zulieferer auf den Wandel vorbereitet?

Unterschiedlich. Wir sehen in unserer Studie, dass es viele Firmen gibt, die sagen: wenn wir uns anpassen und richtig in die Zukunft investieren haben wir eine Chance. Aber es sind noch nicht alle Firmen in dieser Richtung unterwegs. Das hängt auch damit zusammen, dass nicht alle Firmen direkt und im gleichen Mass von diesen Veränderungen betroffen sind. Allerdings sind die Firmen gut beraten sich nicht allzu leichtfertig in Sicherheit zu wähnen.

Welche Auswirkung hatte der Euro-Kurs für Schweizer Unternehmen, die europäischen Autowerke beliefern?

Ich möchte die Frage lieber umdrehen und fragen, was der Euro-Mindestkurs der Schweizer Industrie gebracht hat. Und da ist mein Eindruck, dass die Firmen diese Zeit genutzt haben, um sich noch schlanker und effizienter aufzustellen. Wir haben in unserer Studie gefragt, was die Firmen in puncto Forschung und Entwicklung zu tun gedenken und welche Erwartungen sie haben und da bekommen wir sehr positive Signale. Ich interpretiere das so, dass es der Industrie gut geht. Das ist sicher bemerkenswert, wenn man auf die Verwerfungen der vergangen zehn Jahre blickt.

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