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Schweizer Asset Manager drängen ans Licht

Auf dem Schweizer Finanzplatz sind die Private Banker die Könige. Das möchten die Asset Manager endlich ändern. Eine neue Studie gibt Einblicke in die Branche.
Daniel Zulauf
Der Finanzplatz Zürich (Bild vom Paradeplatz) ist auf Platz 4 weltweit. (Bild: Archiv LZ)

Der Finanzplatz Zürich (Bild vom Paradeplatz) ist auf Platz 4 weltweit. (Bild: Archiv LZ)

Die Schweizer Vermögensverwalter können mehr, als ihre betuchten Kunden zum Golfplatz oder ins Restaurant zu begleiten. Diesen Beweis versucht die hiesige Asset-Management-Industrie seit langem zu erbringen. Eine neue Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug der Hochschule Luzern (IFZ) macht ihnen Mut.

Unter Asset Management verstehen die Studienautoren die Produktion und die Verwaltung von Investmentlösungen in der Form von Kollektivanlagen (Anlagefonds) oder von individuellen Investmentmandaten von institutionellen Anlegern (zum Beispiel Pensionskassen). In diesem Markt bleiben die Profis unter sich und dementsprechend ist er im Vergleich zum Private Banking deutlich transparenter und kompetitiver. Das zeigt sich zum Beispiel an den Kosten, welche die Schweizer Pensionskassen für die Verwaltung der Vorsorgegelder im Umfang rund 950 Milliarden Franken aufwenden müssen. Gemäss der jährlichen, repräsentativen Umfrage der Swisscanto Vorsorge AG, einem Tochterunternehmen der Zürcher Kantonalbank, belief sich der durchschnittliche Kostensatz in den über 1700 Schweizer Pensionskassen 2017 auf 0,48 Prozent. Ein Private-Banking-Kunde zahlt im Mittel um die 2 Prozent pro Jahr für die Vermögensverwaltung.

Hoher Spezialisierungsgrad

Obschon die Profitmargen im institutionellen Geschäft deutlich schmaler sind als im Privatkundengeschäft, lebt die Asset-Management-Industrie gut in der Schweiz. Der erwähnten Studie zufolge verwaltete sie 2017 aus der Schweiz heraus ein Vermögen von rund 2200 Milliarden Franken oder über 200 Millionen Franken mehr als im Vorjahr (siehe Grafik). Die institutionellen Grosskunden (Pensionskassen, Lebensversicherungen, Stiftungen etc.) repräsentieren rund zwei Fünftel der verwalteten Vermögen. Der Rest entfällt auf Anlagefonds und andere kollektive Anlageformen.

Neben den Hauptanlageklassen Bonds und Aktien, die bei einer klaren Mehrheit der Asset Manager naturgemäss das grösste Gewicht aufweisen, geniessen auch alternative Anlageklassen wie Infrastrukturinvestments, nicht öffentlich gehandelte Aktien (Private Equity), Hedge-Fonds oder Rohstoffe eine relativ hohe Bedeutung.

Das ist ein Indiz dafür, dass viele der rund 180 in der Schweiz «produzierenden» Asset Manager einen hohen Spezialisierungsgrad aufweisen. Im Massengeschäft der sogenannten Indexanlagen, in dem Grossanbieter wie die amerikanische Blackrock den Ton angeben, sind die Schweizer Asset Manager gemäss der Studie kaum präsent. Nur 16 Prozent der in der Studie befragten Firmen bieten passive Investmentlösungen wie Indexanlagen an.

Singapur vor London und New York

In der Schweizer Asset-Management-Industrie sind der Umfrage zufolge direkt knapp 10 000 Personen beschäftigt. Darüber hinaus sollen indirekt weitere rund 45 000 Personen in der Branche tätig sein. Die Studie der Hochschule Luzern stützt sich auf eine Branchenumfrage, an der 60 Firmen mit einem Anteil am gesamten verwalteten Vermögen von rund 80 Prozent teilgenommen haben. Mit Hilfe eines quantitativen Schemas zur Bewertung verschiedener internationaler Asset-Management-Standorte versuchte die Studie auch die Stellung der Schweiz im Vergleich mit ausländischen Konkurrenzstandorten zu ermitteln.

Finanzplätze weitwelt verglichen: Zürich ist auf Platz 4, Genf auf Platz 8.

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In dem Ranking erscheint Singapur mit einigem Abstand in der ersten Position, vor London, New York und Zürich. Die überraschend gute Positionierung der Schweiz wird mit dem stabilen politisch-rechtlichen Umfeld, dem Bildungssystem und der gut ausgebauten Infrastruktur erklärt. «Die Branche findet in der Schweiz gute Rahmenbedingungen vor», sagt Studienautor Thomas Ankenbrand.

Die Schweizer Asset Manager versuchen sich seit einigen Jahren verstärkt vom Private Banking abzugrenzen. Mit der Abschaffung des steuerlichen Bankgeheimnisses laufen die Interessen der beiden Zweige mit Blick auf das internationale Geschäft wieder stärker zusammen.

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