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«Massnahmen sollen bis 2022 umgesetzt werden»: Schwarze Zahlen kosten Jobs – Migros streicht am Hauptsitz in Gossau 90 Stellen

Die Migros Ostschweiz streicht 90 Arbeitsplätze am Hauptsitz in Gossau. Begründet wird das mit dem Ziel, weiterhin finanziell gesund bleiben zu wollen. Das Filialnetz ist nicht betroffen.
Stefan Borkert
In der Gossauer Zentrale der Migros Ostschweiz soll effizienter gearbeitet werden. Dafür werden 90 Arbeitsplätze abgebaut. (Bild: PD)

In der Gossauer Zentrale der Migros Ostschweiz soll effizienter gearbeitet werden. Dafür werden 90 Arbeitsplätze abgebaut. (Bild: PD)

Die Migros Ostschweiz schreibt schwarze Zahlen. Und Geschäftsleiter Peter Diethelm will, dass das auch in Zukunft so bleibt: «Das Marktumfeld wird sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen. Wir sind heute finanziell gesund und wollen das auch bleiben. Daher müssen wir unsere Kräfte konzentrieren und unsere Effizienz erhöhen.»

Die Auswirkungen bekommen die Mitarbeiter nun zu spüren. Es kommt zum Abbau von rund 90 Stellen. Insgesamt sind bei der Migros Ostschweiz gut 10'000 Mitarbeiter beschäftigt. Wie ­vielen Angestellten tatsächlich gekündigt werden wird, ist noch offen.

Andreas Bühler, Sprecher von Migros Ostschweiz: «Hierzu können wir aktuell keine Angaben machen. Wir haben seit einigen Monaten vakante Stellen nicht mehr besetzt. Zudem gehen wir davon aus, dass in den kommenden Monaten ein weiterer Teil des geplanten Stellenabbaus durch natürliche Fluktuation und frühzeitige Pensionierungen aufgefangen werden kann.» Der Zeitraum hingegen steht fest. Bühler:

«Die heute bekanntgegebenen Massnahmen zur Senkung der Zentralkosten sollen bis im Jahr 2022 umgesetzt werden.»

Betroffen vom Stellenabbau ist die Betriebszentrale in Gossau. «Es werden in allen Direktionen Massnahmen zur Effizienzsteigerung umgesetzt. Es kommt auch in jedem Direktionsbereich zu einem Abbau von Stellen», sagt Bühler.

Sozialplan ist ausgearbeitet

Emily Unser vom Kaufmännischen Verband ergänzt: «Die Migros Ostschweiz hat ihren Sozialpartnern gegenüber versichert, Stellen wenn möglich durch natürliche Fluktuation und vorzeitige Pensionierungen aufzufangen.» Sie fährt fort: «Wir müssen derzeit mit rund 90 Kündigungen rechnen. Wir hoffen, dass mögliche viele der betroffenen Mitarbeitenden Anschlusslösungen innerhalb der Migros finden können.»

Ein Sozialplan ist gemeinsam mit internen und externen Sozialpartnern, dem Kaufmännischen Verband und dem Metzgereipersonal-Verband erarbeitet worden, um die Auswirkungen der Kündigungen abzufedern und die betroffenen Mitarbeitenden bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle zu unterstützen.

Laut Unser hat die Migros Ostschweiz auch wichtige vom Kaufmännischen Verband geforderte Punkte in den Sozialplan integriert. Dazu gehören beispielsweise die Zumutbarkeit oder verlängerte Kündigungs­fristen. Der Sozialplan lege unter anderem das Mobilitätsmanagement fest und sehe entsprechende Unterstützung bei der Stellensuche vor, fährt Unser fort.

Migros-Ostschweiz-Sprecher Bühler betont, dass weder in den Verkaufsstellen noch in ­anderen Migros-Unternehmen Stellen betroffen seien. «Unsere nationalen externen Sozialpartner sind der Kaufmännische Verband und der Metzgereipersonal-Verband. Es besteht eine Verpflichtung, im Falle eines grösseren Stellenabbaus mit den Sozialpartnern einen Sozialplan auszuarbeiten. Im konkreten Fall ist das Metzgereipersonal aber gar nicht vom Stellenabbau betroffen.»

Harter Wettbewerb und Einkaufstourismus

Migros-Ostschweiz-Chef Diethelm begründet die Massnahme nicht nur im Hinblick auf eine finanziell stabilere Zukunft, sondern auch mit unbefriedigenden Ergebnissen in der Vergangenheit und einem verschärften Wettbewerb. Unternehmenssprecher Bühler verdeutlicht, dass es für die Migros Ostschweiz drei Hauptursachen gebe. Erstens sei der Wettbewerb im stationären Handel generell intensiver geworden.

«Der Onlinehandel im Bereich Non-Food nimmt Jahr für Jahr stark zu.»

Und drittens sei der Einkaufstourismus seit Januar 2015 und dem veränderten Wechselkurs-Verhältnis wesentlich stärker geworden und habe sich auf hohem Niveau stabilisiert.

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