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SCHULTERSCHLUSS: Hügli gibt Bell neue Würze

Der Ostschweizer Nahrungsmittelhersteller Hügli wird Teil der Bell Food Group. Für im Publikum befindliche Aktien gibt es eine Kaufofferte. Die Nachkommen der Gründerfamilie spuren damit die Zukunft vor.
Thorsten Fischer
Eine Fülllinie beim traditionsreichen Steinacher Nahrungsmittelhersteller Hügli. (Bild: Nico Pudimat/Hügli)

Eine Fülllinie beim traditionsreichen Steinacher Nahrungsmittelhersteller Hügli. (Bild: Nico Pudimat/Hügli)

Thorsten Fischer

Vor allem Hüglis Stärke bei den Convenience-Produkten – den bequem zubereitbaren Nahrungsmitteln – hat es der Bell Food Group angetan. Mit einem Schulterschluss besiegelt Bell jetzt ihr Interesse am Steinacher Unternehmen und ihren Suppen, Saucen, Gewürzen und Fertig­gerichten. Die Basler Bell hat in einem ersten Schritt bereits 50,2 Prozent des Kapitals und 65 Prozent der Stimmen von Hügli übernommen. Das teilten beide Unternehmen gemeinsam mit. Übernommen wurden die Anteile von der Dr. A. Stoffel Holding.

Bell macht aber auch ein Kaufangebot für die restlichen sich im Publikum befindlichen Aktien. Offeriert werden 915 Franken pro Aktie – das entspricht einer Prämie von 14,4 Prozent. Der Verwaltungsrat der Hügli Holding AG unterstützt das Angebot einstimmig und empfiehlt es den Aktionären zur Annahme. Hügli soll innerhalb von Bell, die wiederum mehrheitlich Coop gehört, als eigenständige Unternehmenseinheit weitergeführt werden.

«Die neue Wunscheigentümerin»

Für die Gründerfamilie der seit 1935 bestehenden Hügli-Gruppe und den kürzlich verstorbenen Alexander Stoffel, den Enkel des Firmengründers, war die Bell Food Group die neue Wunscheigentümerin, wie in der Mitteilung hervorgehoben wird. Mit dem Schritt soll auch die langfristige Nachfolgeregelung eingeleitet werden.

Die Stellen der Hügli seien durch den jetzigen Schritt eher sicherer geworden, sagt Andreas Seibold, Finanzchef des Stein­acher Unternehmens, auf Anfrage. Denn nun kämen durch Bell sowie weitere Coop-Tochterfirmen zusätzliche Abnehmer in der Schweiz dazu. Bisher setzt Hügli über 80 Prozent des Umsatzes im Ausland um, was je nach Währungssituation eine Herausfor­derung ist. Ihr Auslandgeschäft wird Hügli weiterhin pflegen, sieht aber durch das neue Zusammenspiel innerhalb der Coop-Gruppe neue Chancen im Inland. So werden für Fleischverarbeiter Bell künftig Hüglis Gewürzmischungen eine Rolle spielen, für die Salate der Eisberg-Gruppe kann auf Hüglis Salatsaucen zurückgegriffen werden und für Coop hat Hügli ebenfalls entsprechende Produkte im Sortiment.

Seibold geht davon aus, dass aufgrund dieser Ausgangslage die Stellenzahl auf mittlere Sicht sogar steigen wird. Hügli hat in der Schweiz 210 Vollzeitstellen, davon rund 180 in der Ostschweiz. Die restlichen 30 sind Aussendienstmitarbeiter im Verkauf in den restlichen Teilen der Schweiz. Der im Herbst im 89. Lebensjahr verstorbene Alexander Stoffel hatte die ersten Gespräche mit der Bell Food Group noch persönlich begleitet. Die ersten Kontakte zwischen Stoffel und Bell habe es bereits Anfang 2017 gegeben, bestätigt Seibold.

Das Unternehmen hatte in seiner Würdigung zum Tod des Firmenpatrons im September 2017 betont, das langfristige Wohl von Hügli und seinen Mitarbeitenden sei Stoffel stets ein grosses Anliegen gewesen. Zugleich hatte Hügli mit Blick voraus versichert: «Dieses Anliegen werden wir in seinem Sinne weiterverfolgen.» In diesem Zusammenhang sehen die Hügli-Verantwortlichen nun auch die zur Umsetzung kommende Transaktion mit Bell.

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