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Schuhe werden mit zu tiefen Löhnen produziert

BERN. Nach der Kleiderkampagne kommt jetzt die Schuhkampagne. «Made in Europe» steht eigentlich für Qualität und faire Arbeitsbedingungen.
Stefan Borkert

BERN. Nach der Kleiderkampagne kommt jetzt die Schuhkampagne. «Made in Europe» steht eigentlich für Qualität und faire Arbeitsbedingungen. Mehrere Recherchen der Erklärung von Bern (EvB) zusammen mit internationalen Partnern aber zeigten erstmals die Realitäten in der Schuhindustrie auf, sagt EvB-Sprecher Timo Kollbrunner. In den Gerbereien in Italien und den Schuhfabriken in Osteuropa stellten Zehntausende Arbeiterinnen «italienische» oder «deutsche» Schuhe her. «Die Markenfirmen, auch aus der Schweiz, kümmerten sich bisher noch viel zu wenig darum, unter welchen Bedingungen ihre Schuhe produziert werden», schreibt die EvB in einem Communiqué.

Acht Schweizer Unternehmen

Die Erklärung von Bern ist eine rund 25 000 Mitglieder starke Organisation, die sich um entwicklungspolitische Zusammenhänge kümmert und Konsumenten auffordert, durch ihr Kaufverhalten die Produktionsbedingungen in Fabriken zu verbessern. Unter den 28 Firmen, die für den Schuhbericht «Trampling workers rights underfoot» befragt wurden, sind auch acht Schweizer Unternehmen. «Bally, Navyboot, Pasito-Fricker, Rieker und Vögele Shoes gaben gar nicht erst Auskunft», sagt EvB-Fachmitarbeiterin Daniela Kistler. Jene, die antworteten – Bata, Manor und Migros – stellten nicht oder noch nicht sicher, dass die Arbeitenden, die für sie Schuhe herstellen, einen existenzsichernden Lohn erhalten. Die EvB verlange von Markenfirmen und Detailhändlern, dass sie eine umfassende Prüfung vornehmen, um die Einhaltung von Menschen- und Arbeitsrechten entlang der Lieferkette zu garantieren. Besonders die Löhne müssten auf ein existenzsicherndes Niveau angehoben werden.

Teure Schuhe aus Südeuropa

Der grösste Teil der Schuhe, die weltweit verkauft werden, wird in Asien produziert. Bei teuren Lederschuhen ist der europäische Anteil gross. Italien, Portugal und Spanien zeichnen zusammen für die Produktion von 23% aller Lederschuhe verantwortlich. Italien gerbt zudem 60% des in der EU produzierten Leders. Die arbeitsintensivsten Schritte der Schuhproduktion werden oft in Osteuropa und den Balkanländern vorgenommen. Gründe dafür sind die Nähe zum europäischen Markt und das sehr tiefe Lohnniveau. Der Bericht zeigt die Realitäten in den Schuhfabriken von sechs europäischen Ländern auf. Das Hauptproblem seien die viel zu tiefen Löhne, die teils unter dem Niveau von China liegen. Die Löhne müssten vier- bis fünfmal höher sein, damit die Arbeiterinnen und ihre Familien davon leben könnten.

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