Schon wieder auf Rekordkurs

Raiffeisen Thurgau eilt von Bestmarke zu Bestmarke. Nach dem ersten Semester 2017 winkt dem Regionalverband ein weiteres Rekordjahr. Alle Kennzahlen zeigen deutlich nach oben.

Stefan Borkert
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Josef Maier (links) und Urs Schneider auf dem Napoleonturm. (Bild: Urs Bucher)

Josef Maier (links) und Urs Schneider auf dem Napoleonturm. (Bild: Urs Bucher)

Stefan Borkert

Weit öffnet sich der Blick über den Bodensee bis hin zum Säntis. Ein frischer Wind pfeift um die Ecken, und bei Böen spürt man den Boden unter den Füssen leicht schwanken. Nicht alle Tage finden Medienkonferenzen von Banken an solchen Orten statt. Der Verband der Thurgauer Raiffeisenbanken hat auf den neuen Napoleonturm nahe Wäldi geladen. Für Verbandpräsident Urs Schneider hat der Ort Symbolcharakter. «Wir wollen hoch hinaus, aber nicht abheben», sagt er. Und die Zahlen des ersten Halbjahres 2017 der 18 Thur­gauer Raiffeisenbanken sprechen für sich. Bilanzsumme, Betriebsertrag und Bruttogewinn sind deutlich gestiegen. «Raiffeisen bleibt auf dem Pfad des Erfolges», kommentiert Schneider.

Zuwächse im Kerngeschäft

Josef Maier, Ressortverantwortlicher Öffentlichkeitsarbeit im Vorstand des Thurgauer Verbands, erklärt, dass die konsolidierte Bilanzsumme aller Thurgauer Raiffeisenbanken um 2,5 Prozent auf gut 13,4 Milliarden Franken gestiegen sei. Die Ausleihungen wuchsen um 1,9 Prozent auf 11,8 Milliarden Franken, die Kundengelder wiederum um 1,9 Prozent auf 9,4 Milliarden Franken. «Die freundlicher gesinnten Märkte verhalfen den Raiffeisenbanken im vergangenen Halbjahr erneut zu einem Rekordergebnis», erklärt Maier. So konnten die indifferenten Erträge aus Wertschriften- und Kommissionsgeschäft um 16 Prozent auf rund 8,3 Millionen Franken gesteigert werden. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft stieg um 3 Prozent auf rund 4,7 Millionen Franken. Maier ergänzt, das Kerngeschäft habe sich wiederholt sehr erfreulich entwickelt. «Die Thurgauer Raiffeisenbanken erzielten im Zinsgeschäft in der ersten Jahreshälfte einen Zuwachs von 6,7 Prozent, so dass dessen Erfolg auf rund 67,5 Millionen Franken kletterte.» Laut Maier liegt der Betriebsertrag mit 84 Millionen Franken fast 8 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Bruttogewinn stieg um knapp 10 Prozent auf 42,4 Millionen Franken. Auch die Zahl der Genossenschafter hat um 571 auf 111873 zugenommen.

Weitere Fusionen von lokalen Banken

Urs Schneider betont, dass die lokalen beziehungsweise regionalen Raiffeisenbanken den unausweichlichen Strukturwandel aktiv mitprägten, um weiterhin auf der Erfolgsspur zu bleiben. ­«Regulatorische Anforderungen, Aspekte der Sicherheit, be­triebswirtschaftliche Erfordernisse oder Kompetenzerweiterung verlangen eine gewisse Grösse.» Nach einer Konsolidierungsphase stehen nun wieder Fusionen an und zwar gleich drei. Das sind der Zusammenschluss der Raiffeisenbanken Münchwilen-Tobel und Wängi-Matzingen, jener der drei Hinterthurgauer Finanzinstitute Dussnang-Fischingen, Rickenbach-Wilen und Sirnach sowie jener der Raiff­eisenbank Mittelthurgau mit Berg-Erlen.

Wegen der Strukturentwicklung und des Kundenverhaltens werden auch vier Geschäftsstellen schliessen. Raiffeisen betreibe aber mit dann 44 immer noch «die mit Abstand grösste Anzahl Bankstellen im Thurgau und ist jederzeit bereit, Kunden auch ­ zu Hause zu beraten», betont Schneider.