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Zur Stärkung des Standorts Sevelen und einer Expansion nach Asien: Der Textilfirma Schoeller fliessen bis zu 40 Millionen Franken zu

Die geplante Beteiligung der taiwanischen Formosa Taffeta an der Schoeller Textil AG wird dem Werdenberger Unternehmen einen hohen Mittelzufluss eintragen. Damit will Schoeller Investitionen in die Forschung und Entwicklung forcieren und in neue Marktgebiete vorstossen.
Thomas Griesser Kym
Produktion am Hauptsitz der Schoeller Textil AG in Sevelen. (Bild: PD)

Produktion am Hauptsitz der Schoeller Textil AG in Sevelen. (Bild: PD)

Zu 50 Prozent will sich der taiwanische Industriekonzern Formosa Taffeta Co., Ltd. (FTC) an der Schoeller Textil AG in Sevelen beteiligen. Dies mittels einer Kapitalerhöhung, in deren Rahmen das nominelle Aktienkapital Schoellers verdoppelt wird.

Wie viel FTC dafür bezahlt, wollte Schoeller am Montag vorerst nicht sagen. Darüber sei Stillschweigen vereinbart worden, solange die Due Diligence (vertiefte Buchprüfung) laufe, aus der man im Übrigen keine negativen Überraschungen erwarte.

40 Millionen Franken am Horizont

Schoeller-Textil-Chef Siegfried Winkelbeiner. (Bild: PD)

Schoeller-Textil-Chef Siegfried Winkelbeiner. (Bild: PD)

Allerdings ist FTC seit 1985 an der Börse von Taiwan kotiert und unterliegt deshalb gewissen Publizitätspflichten. Aus einer Eingabe an die Taiwan Stock Exchange geht denn auch hervor, dass FTC die Beteiligung «bis zu 40 Millionen Franken» wert ist. Konfrontiert mit dieser Recherche, erklärt Schoeller-Chef Siegfried Winkelbeiner:

«Der Betrag ist noch nicht definitiv. Die Grössenordnung passt aber.»

Mit diesem erwarteten Mittelzufluss will Schoeller laut Verwaltungsratspräsident Franz Albers den Standort Sevelen stärken und die Expansionsstrategie forcieren. Unter anderem ist ­geplant, die Kooperation in Forschung und Entwicklung zu ­intensivieren und den technologischen Austausch zu fördern.

Fertigung für Asien in FTC-Werken

FTC schreibt, die Investition in Schoeller stärke das eigene textile Produktportfolio durch Produktionslinien für Premiummerzeugnissse des Werdenberger Unternehmens. Ausserdem soll Schoeller FTC helfen, deren Marktanteil in Europa und den USA zu steigern, wo Schoeller heute die meisten Produkte verkauft.

Umgekehrt will Schoeller in Asien, beispielsweise in China, expandieren und dazu in mittelpreisige Textilsegmente vorstossen. Produkte, die dafür entwickelt werden, sollen dann in Fabriken des taiwanischen Unternehmens gefertigt werden, wie FTC verlauten lässt. Dafür sprechen Kostenüber­legungen und die geografische Nähe zu den Kunden.

Synthetikgewebe, biologisch abbaubar

Schoeller und FTC sind sich gut bekannt, weil sie seit 18 Jahren im Rahmen eines Joint Venture zusammenarbeiten. Dieses Hongkonger Gemeinschaftsunternehmen namens Schoeller FTC (H.K.) sei erfolgreich, doch nun wolle man mit der Beteiligung von FTC an Schoeller und der Intensivierung der Kooperation die Zusammenarbeit auf eine neue Stufe stellen.

Vor kurzem erst hat Schoeller Textil in Paris die jüngste Entwicklung des Joint Ventures präsentiert. Es ist die erste biologisch abbaubare Textilkollektion aus rezykliertem Polyester. Die Kollektion namens «ProEarth» startet den Angaben zufolge mit fünf Geweben für Bekleidung, die Bluesign-zertifiziert sind. Bluesign steht für «verantwortungsbewusste und nachhaltige Textilherstellung».

Schoeller ist gut 150 Jahre alt

Schoeller ist 1868 gegründet worden, also vor gut 150 Jahren. Über die Jahre hat das Unternehmen laut eigenen Angaben «weit über 100 Millionen Franken in Produktionsanlagen und ökologische Neuerungen» investiert. Insofern ist der erwartete Mittelzufluss von bis zu 40 Millionen Franken aus der geplanten Beteiligung der FTC ein erklecklicher Betrag. Dies trifft auch zu, misst man ihn am Gruppenumsatz von 70 Millionen Franken.

Zu Schoeller gehört neben dem Unternehmen in Sevelen auch die deutsche Eschler GmbH, die auf Kettwirkware spezialisiert ist. Dagegen gilt Schoellers Konzentration hochfunktionalen Textilien für Sport- und für Sicherheitsbekleidung, etwa für Polizei oder Militär. Hinzu kommen technische Textilien. Gut ein Viertel der rund 200 Mitarbeitenden in Sevelen ist in Forschung, Entwicklung und Design tätig.

Einsitz in den Verwaltungsrat ist wahrscheinlich

Sowie FTC zu 50 Prozent an Schoeller beteiligt ist, wird der Anteil der Zürcher Albers-Gruppe als bisheriger Alleininhaberin auf ebenso 50 Prozent halbiert. Vergangene Woche weilte der FTC-Vorsitzende William Wong in der Schweiz, um die Transaktion zu verhandeln. Über eine Vertretung im Verwaltungsrat will man laut FTC zu einem späteren Zeitpunkt diskutieren.

FTC ist ein industrieller Mischkonzern mit umgerechnet 1,4 Milliarden Franken Umsatz und Schwergewicht auf Textilien. Das Unternehmen, gegründet 1973, hat Fabriken in Taiwan, China und Vietnam.

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