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Schock noch nicht verdaut

An der zweiten Auflage des Symposiums EcoOst an der Uni St. Gallen ist eine Sondersession zum starken Franken und der Aufhebung des Mindestkurses eingeschoben worden.
Stefan Borkert
Legende (Bild:)

Legende (Bild:)

ST. GALLEN. Nur vereinzelt sieht man derzeit an der Uni St. Gallen Studenten. Dafür drängen sich gut 300 schicke Damen und Herren erst an Stehtischen, um sich dann in Hörsaalbänke zu zwängen. Peter Maag, Direktor der Industrie und Handelskammer (IHK) Thurgau, schaut in die Runde und bemerkt, er hätte gerne mehr Thurgauer hier gesehen. Die Anwesenden sind jedenfalls am Thema «Kann denn Wachstum Sünde sein?» interessiert.

Zu viele Unbekannte

Die gespannte Aufmerksamkeit richtet sich aber auf die Sondersession, die wegen der Aufhebung des Mindestkurses kurzfristig anberaumt worden war. Folien werden aus dem Publikum mit Smartphones fotografiert. Später wird es noch eine geschlossene Veranstaltung geben, an der 20 Unternehmer offen ihre Konzepte zur Diskussion stellen. Unterdessen eröffnet Kurt Weigelt, Direktor der IHK St. Gallen-Appenzell, die Sondersession. Sein Satz: «Der Schock ist noch nicht verdaut», erntet zustimmendes Kopfnicken im Hörsaal. Wann sich der überbewertete Franken wieder abschwächt, dazu wagt er keine Prognose. Es gibt zu viele Unbekannte, wie die Entwicklungen in der Eurozone, die Geldpolitik, die Finanzmärkte oder die Zinsentwicklung.

Roland Kläger, Ökonom von Raiffeisen Schweiz, ist aber verhalten optimistisch: «Die Schweizer Wirtschaft kann mit dem starken Franken umgehen.» Entgegen der Vermutung, die in den letzten Tagen mehrfach geäussert wurde, ist er sich sicher, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) letzte Woche nicht im Markt den Frankenkurs manipuliert hat. «Die Girokonten zeigen, dass die SNB nicht im Markt war», sagt er. Allein die Ankündigung, dass die SNB intervenieren werde, sorge schon für Bewegung. Und so langsam zeigten auch die Negativzinsen Wirkung. Er wagt die Prognose, dass sich der Franken im Bezug zum Euro auf einem Niveau von zunächst 1.05 bewegen werde und in 12 Monaten bei 1.12 Fr. liege.

Kurzarbeit als Mittel

Der St. Galler Finanzdirektor Benedikt Würth und Urs Wehrle, Leiter des Raiffeisen Unternehmerzentrums (RUZ) St. Gallen, empfehlen den Unternehmern, nicht auf die Politik zu warten. «Dann können Sie Ihren Laden gleich zumachen.» Allerdings hat beim Thema Kurzarbeit auch die Politik rasch reagiert. Peter Kuratli, Chef, des St. Galler Amtes für Wirtschaft und Arbeit, sagt, dass dieses Jahr bereits 80 Gesuche gestellt wurden. Er erklärt den formalen Vorgang zur Genehmigung von Kurzarbeit.

Arbeitsrechtlerin Angela Hensch wiederum erklärt, wie man bei Lohnkürzungen vorgehen sollte. Und sie räumt mit dem Vorurteil auf, dass Löhne nicht in Euro ausbezahlt werden dürfen. Aber sie betont auch das Diskriminierungsverbot und empfiehlt ausserdem: «Lohnkürzungen sind rasch durchsetzbar, wenn alle Mitarbeiter damit einverstanden sind.»

Prisca Koller PRO4S & Partner GmbH (Bild: Ralph Ribi (Ralph ribi))

Prisca Koller PRO4S & Partner GmbH (Bild: Ralph Ribi (Ralph ribi))

Dieter Fröhlich Ticketportal AG (Bild: Ralph Ribi (Ralph ribi))

Dieter Fröhlich Ticketportal AG (Bild: Ralph Ribi (Ralph ribi))

Marco Corvi Enovatec Holding AG (Bild: Ralph Ribi (Ralph ribi))

Marco Corvi Enovatec Holding AG (Bild: Ralph Ribi (Ralph ribi))

Peter Maag IHK Thurgau (Bild: Ralph Ribi (Ralph ribi))

Peter Maag IHK Thurgau (Bild: Ralph Ribi (Ralph ribi))

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